Nato-Mitteilung Russland fliegt "umfangreiche" Manöver über Europa

  • Die Nato hat in den vergangenen zwei Tagen "umfangreiche" russische Luftwaffenaktivitäten im europäischen Luftraum registriert.
  • Alle russischen Maschinen seien abgefangen worden - unter anderem von der deutschen und britischen Luftwaffe - und hätten daraufhin abgedreht.
  • Teilweise hätten die russischen Flugzeuge keine Flugpläne an die zivilen Luftfahrtbehörden übermittelt und keinen Funkkontakt mit ihnen gehalten, was eine Gefahr für den zivilen Flugverkehr darstelle.

"Umfangreiche" russische Manöver über Europa

Die Nato hat "umfangreiche" russische Luftwaffenaktivitäten im europäischen Luftraum beobachtet. Innerhalb der vergangenen zwei Tage seien Langstreckenbomber, Kampfjets und Tankflugzeuge zu "Manövern" über der Ostsee und der Nordsee sowie über dem Schwarzen Meer im Einsatz gewesen, teilte das Verteidigungsbündnis in Brüssel mit. Am Dienstag und Mittwoch seien vier Verbände mit insgesamt 26 russischen Kampfflugzeugen abgefangen worden.

Ein Sprecher des Bündnisses betonte, dass der Nato-Luftraum nicht verletzt worden sei. Eine derart hohe Zahl von Einsätzen habe es in den vergangenen Jahren aber nur selten gegeben. Nach Angaben der Luftwaffe des Nato-Mitgliedes Norwegen flogen russische Flugzeuge von Stützpunkten in der Arktis bis nach Portugal. Sie seien über internationalem Gewässer geblieben, den Grenzen der Mitgliedstaaten aber so nahe gekommen, dass Jets losgeschickt worden seien.

Von vier Orten stiegen Nato-Flugzeuge auf

Unter den russischen Flugzeugen sollen auch Langstreckenbomber vom Typ Tupolew Tu-95 gewesen sein, die bei Bedarf mit Nuklearwaffen bestückt werden können.

Die russischen Maschinen seien am Dienstag und Mittwoch während der gesamten Dauer ihrer Flüge von Kampfjets verschiedener Nato-Staaten begleitet worden, die von vier Orten aufgestiegen waren. An einer Aktion über der Ostsee waren auch deutsche Eurofighter beteiligt. Sie hätten insgesamt sieben russische Flugzeuge abgefangen, die über dem Finnischen Meerbusen geflogen seien.

Der jüngste Vorfall habe sich am 29. Oktober um drei Uhr mitteleuropäischer Zeit abgespielt. Nato-Radare hatten demnach vier Langstreckenbomber vom Typ Tupolew Tu-95 und vier Betankungsflugzeuge vom Typ Iljuschin Il-78 entdeckt. Die norwegische und portugiesische Luftwaffe habe diese abgefangen.

Gefahr für den zivilen Luftverkehr

Die Flüge seien von der russischen Luftwaffe nicht angemeldet gewesen. Die russischen Militärmaschinen hätten teilweise keine Flugpläne an die zivilen Luftfahrtbehörden übermittelt und keinen Funkkontakt mit ihnen gehalten, was eine Gefahr für den zivilen Flugverkehr darstelle, erklärte die Nato. Die Entsendung von Kampfjets ist Standard, wenn sich nicht identifizierte Flugzeuge dem Nato-Luftraum nähern.

Auch die Nato zeigt sich verstärkt in der Region

Seit Jahresbeginn wurden in mehr als 100 Fällen russische Flugzeuge abgefangen, was etwa dreimal mehr sei als 2013, teilte die Nato mit.

Angesichts der Ukraine-Krise zeigt auch die Nato seit einigen Monaten verstärkt Präsenz in der Region. Damit will sie ein Zeichen der Solidarität mit ihren östlichen Mitgliedstaaten setzen, die sich angesichts der Kämpfe in der Ostukraine von Russland bedroht fühlen. In der vergangenen Woche war nach Nato-Angaben ein russisches Aufklärungsflugzeug bei Estland in den Luftraum des Bündnisses eingedrungen.