Minnesota:Einigung im Fall Floyd

(Foto: Chandan Khanna/AFP)

Fast ein Jahr nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd hat sich die Stadt Minneapolis mit seiner Familie auf einen Vergleich geeinigt.

Fast ein Jahr nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis hat sich die Stadt mit der Familie auf einen Vergleich in Höhe von etwa 22,6 Millionen Euro geeinigt. Der Stadtrat der Großstadt im Bundesstaat Minnesota habe die Vereinbarung am Freitag einstimmig gebilligt, berichteten die New York Times und der Nachrichtensender CNN. Der Anwalt der Familie, Ben Crump, sprach auf Twitter von einer "historischen Einigung". Dies beweise, dass das Leben schwarzer Menschen nicht länger als "trivial, unwichtig oder der Konsequenzen unwürdig" abgetan werden könne. Nach Floyds Tod am 25. Mai vergangenen Jahres hatte die Familie die Stadt sowie vier am Einsatz beteiligte Polizisten verklagt. Der Stadtverwaltung wurde "bewusste Gleichgültigkeit" vorgeworfen. Sie habe es versäumt, gegen gefährliche Polizeipraktiken vorzugehen. Damit habe sie eine Kultur exzessiver Gewalt und Straflosigkeit gefördert. Der unbewaffnete Schwarze war bei der Festnahme getötet worden. Der weiße Polizist Derek Chauvin presste sein Knie minutenlang auf Floyds Hals, obwohl dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Nach der Tötung gab es in den USA monatelang Massenproteste gegen Polizeigewalt und Rassismus. Die Polizisten hatten Floyd wegen des Verdachts festgenommen, mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben. Sie wurden entlassen und angeklagt. Derzeit läuft vor einem Gericht in Minneapolis die Auswahl der Geschworenen für den Prozess gegen den Hauptangeklagten Chauvin. Zur Last gelegt wird ihm Mord zweiten Grades ohne Vorsatz. Darauf stehen bis zu 40 Jahre Haft.

© SZ vom 13.03.2021 / dpa - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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