Medienpädagogik "Hoch bezahlte Form von Kinderarbeit"

Roland Rosenstock, 52, ist Professor für Religions- und Medienpädagogik an der Universität Greifswald und hat sich als einer der ersten Wissenschaftler mit dem Thema Kinder-Influencer beschäftigt.

(Foto: Uni Greifswald)

Großer Spaß und emotionaler Missbrauch - Experte Roland Rosenstock über die Gefahren im inszenierten Alltag.

Interview von Thorsten Schmitz

SZ: Welchen Effekt hat es auf ein Kind, wenn es über Jahre von seinen Eltern gefilmt wird und für Produkte wirbt?

Roland Rosenstock: Von der Entwicklungspsychologie her sind Kinder nicht in der Lage, die Folgen von solchen Filmen abzuschätzen. Ein erwachsener Mensch, der zu "Big Brother" geht, schränkt seine Menschenrechte freiwillig ein. Kinder aber können nicht beurteilen, was es bedeutet, jeden Tag einen Film zu machen und darin eine Hauptrolle zu spielen. Das ist, als müsste man jeden Morgen geschminkt ...