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Massenproteste in Bangkok:Demonstranten dringen in zweites Ministerium ein

Es sind die heftigsten Proteste in Thailand seit Langem: Zehntausende Menschen demonstrieren auf den Straßen der Hauptstadt Bangkok gegen die Regierung. Hunderte Demonstranten stürmen Finanz- und Außenministerium.

In der thailändischen Hauptstadt Bangkok sind Zehntausende Regierungsgegner auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Polizei zogen etwa 30.000 Menschen zu verschiedenen Behörden, zum Polizeihauptquartier und zu verschiedenen Fernsehsendern. Dutzende Demonstranten stürmten das Gelände des Finanzministeriums, einige drangen in das Gebäude vor. Das meldeten verschiedene britische und US-Medien, unter anderem die britische BBC und die Washington Post.

Außerdem sollen Hunderte Demonstranten das Außenministerium gestürmt haben. Das gab nach AFP-Informationen ein Sprecher des Außenministeriums bekannt.

Anführer der Aktion war nach Polizeiangaben der frühere Oppositionsabgeordnete Suthep Thaugsuban. Suthep hat öffentliche Bedienstete zu zivilem Ungehorsam aufgerufen, um die Regierung in die Knie zu zwingen. Bereits am Sonntagabend hatten 100.000 Regierungsgegner an Protestmärschen teilgenommen.

Anti-government protesters shout as they get ready to attack a police barricade near the Government house in Bangkok

Zehntausende Thailänder protestieren gegen die Regierung.

(Foto: Damir Sagolj/Reuters)

Die Proteste in Thailand sind die heftigsten seit dem Jahr 2006, als auf den Sturz des damaligen Regierungschefs Thaksin Shinawatra wochenlange Unruhen folgten. Auch jetzt richtet sich der Zorn erneut gegen den im Exil lebenden Ex-Regierungschef. Die Regierungspartei Pheu Thai macht kein Hehl draus, dass er auch die jetzige Regierung aus dem Exil dirigiert. Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra ist seine Schwester.

Die Opposition mobilisierte nun als Reaktion auf einen umstrittenen Amnestieplan der Regierung ihre Anhänger zu neuen Protesten. Sie fürchtet, dass die Amnestie auch Thaksin zu Gute kommen und dieser nach Thailand zurückkehren könnte. Zwar wurde das Gesetz vom Senat kürzlich abgewiesen, doch die Proteste dauern an.

Nach dem Sturz Thaksins im Jahr 2006 war Thailand von heftigen Unruhen erschüttert worden, an denen sowohl dessen Anhänger als auch seine Gegner, die der Monarchie nahestehen, beteiligt waren. Bei wochenlangen Protesten von Anhängern Thaksins gegen die damalige Regierung wurden im Frühjahr 2010 mehr als 90 Menschen getötet und etwa 1900 weitere verletzt.

© Süddeutsche.de/afp/dpa/resi/gal/bavo

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