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Macron:Ramponiertes Image

Macrons Ruf als Klimaretter wird von Hulots Rücktritt sehr beschädigt.

Vielleicht sollte man keine Idealisten engagieren, wenn man keine idealistischen Ziele verfolgt. Als Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zu Beginn seiner Amtszeit den überzeugten Naturschützer Nicolas Hulot zum Umweltminister ernannte, wirkte das wie ein großes Statement. Als ginge es in dem Ministerium nicht darum, natürliche Ressourcen zu verwalten, sondern darum, ökologische Visionen umzusetzen.

Nach 15 Monaten im Amt hat Hulot nun festgestellt, dass er "zynisch werden" würde, bliebe er länger im Ministerium. Die Regierung will die Umwelt retten? "Ich glaube da nicht mehr dran", sagt Hulot. Als Hulot im Radio seinen Rücktritt verkündet, bricht seine Stimme. Es spricht kein routinierter Machtmensch, sondern einer, der etwas ändern wollte und von sich selbst und dem Mangel an Mitkämpfern tief enttäuscht ist. Er ist daran gescheitert, Glyphosat verbieten zu lassen. Er musste zugeben, dass er es nicht schaffen würde, den Anteil von Atomenergie im französischen Stromnetz bis 2025 auf 50 Prozent zu senken.

Das Image von Frankreichs Präsident als Klimaretter wird von Hulots Rücktritt schwer beschädigt. Es sei denn, man legt die Messlatte sehr niedrig an und ernennt schon denjenigen zum Umweltfreund, der immerhin nicht den Klimawandel leugnet.