Machtübernahme in Bangkok Westen verurteilt Militärputsch in Thailand

"Es gibt keine Rechtfertigung für diesen Putsch": Die USA, die EU und die Vereinten Nationen kritisieren die Absetzung der zivilen Regierung durch die Armee in Thailand. Die neuen Machthaber versuchen, hart durchzugreifen.

Die Übernahme der Regierungsgewalt durch die Armee in Thailand stößt weltweit auf Kritik. "Es gibt keine Rechtfertigung für diesen Putsch", sagte US-Außenminister John Kerry. Er forderte die sofortige Wiedereinsetzung einer zivilen Regierung, die Rückkehr zur Demokratie und die Respektierung der Menschenrechte.

Er sei von der Entscheidung der Militärs in Bangkok enttäuscht, heißt es in seiner schriftlichen Erklärung. Kerry äußerte sich zudem besorgt über Berichte, wonach hohe Funktionäre der großen Parteien inhaftiert worden seien. Auch die Schließung von Fernsehstationen sei besorgniserregend. Die USA kündigten zudem an, die militärische Zusammenarbeit mit Bangkok zu überprüfen.

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verlangte die sofortige Rückkehr zu einer verfassungsgemäßen, zivilen, demokratischen Regierung. Zugleich plädierte er für einen politischen Dialog aller Konfliktparteien, um "den Weg für einen dauerhaften Frieden und Wohlstand zu ebnen."

Ähnlich äußerten sich Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Frankreichs Präsident François Hollande und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton. Steinmeier forderte die Armee "zu größter Zurückhaltung" auf. "Die Verantwortlichen müssen umgehend zu einem politischen Prozess zurückkehren." Ashton zeigte sich "extrem besorgt". Wichtig seien nun rasche "glaubwürdige Neuwahlen".

Nach einer sechsmonatigen Staatskrise hatte das Militär am Donnerstag die Macht in Thailand übernommen. Die Streitkräfte sollten die Ordnung im Lande wiederherstellen und Reformen durchsetzen, erklärte Armeechef Prayuth Chan Ocha. Die Armee nahm den Anführer der Anti-Regierungsproteste fest und setzte die Verfassung außer Kraft. Außerdem verhängte das Militär eine landesweite, nächtliche Ausgangssperre. Rundfunk- und TV-Stationen wurden angewiesen, lediglich Material des Militärs zu senden.