LGBTQ-Rechte in den USA:Ein harter Schlag für das Trump-Lager

Lesezeit: 1 min

LGBT protesters

Demonstration von LGBTQ-Aktivisten vor dem Supreme Court in Washington im Oktober 2019.

(Foto: AP)

Menschen, die Transgender oder homosexuell sind, dürfen deswegen nicht ihren Job verlieren: Das Urteil des Supreme Court ist Genugtuung für das liberale Amerika.

Kommentar von Christian Zaschke

Viele Aspekte an der jüngsten Entscheidung des Supreme Courts sind bemerkenswert. Das höchste Gericht der Vereinigten Staaten hat entschieden, dass niemand seinen Arbeitsplatz verlieren darf, weil er oder sie homosexuell oder Transgender ist. Es ist die wichtigste Entscheidung für LGBTQ-Rechte seit 2015, als das Gericht die Homo-Ehe legalisierte. Bis zu diesem Montag konnte es einem allerdings in 26 Staaten der USA passieren, dass man an einem Tag den gleichgeschlechtlichen Partner heiratete und am nächsten Tag gefeuert wurde. Diese Form der Diskriminierung war in weiten Teilen des Landes legal. Das ist nun nicht mehr der Fall, was einen enormen Schritt für die LGBTQ-Gemeinde bedeutet. Die Entscheidung wird als Meilenstein in die Rechtssprechung der USA eingehen.

Besonders bemerkenswert ist, dass sie von einem mehrheitlich konservativ besetzten Gericht getroffen wurde, mit einer Mehrheit von sechs zu drei Stimmen. Mehr noch: Es war der von Präsident Donald Trump eingesetzte Richter Neil Gorsuch, der die Urteilsbegründung schrieb. Für die Erzkonservativen in den USA ist das ein Schlag. Gerade die religiöse Rechte hat ihre Unterstützung für den aus religiöser Sicht nicht gerade integren Trump oft damit begründet, dass er dafür sorge, dass der Supreme Court mit konservativen Richtern besetzt und daher auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte in ihrem Sinne entscheiden werde. Nun hat Gorsuch die Hoffnungen der Rechten gerade dadurch enttäuscht, dass er sich streng an den Buchstaben des Gesetzes hielt. Der zweite von Trump an den Supreme Court berufene Richter, Brett Kavanaugh, stimmte zwar gegen die Entscheidung, er erkannte jedoch an, dass sie ein bedeutender Sieg für Millionen von lesbischen und schwulen Amerikanerinnen und Amerikanern ist.

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Für die überwältigende Mehrheit der in den USA lebenden Menschen ist die Entscheidung ein Grund zur Freude. 82 Prozent der befragten Amerikaner gaben kürzlich an, der Supreme Court solle ihrer Meinung nach den Schutz der Bürgerrechte dahingehend interpretieren, dass er die LBGTQ-Gemeinde einschließe. Wenn es nun überhaupt etwas an dieser wegweisenden Entscheidung zu kritisieren gäbe, dann, dass sie nicht einstimmig ausgefallen ist.

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Das Urteil des Obersten Gerichtshofes soll mehr als acht Millionen Menschen betreffen - und es kommt ziemlich überraschend.

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