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Kurden in der Türkei:PKK-Chef Öcalan ruft Waffenstillstand aus

Abdullah Öcalan

"Das ist nicht das Ende, das ist der Beginn einer neuen Ära": Der inhaftierte Chef der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan 1999 in Handschellen vor der türkischen Fahne.

(Foto: dpa)

Der inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan hat türkischen Berichten zufolge zu einer Waffenruhe aufgerufen. Seine kurdischen Kämpfer sollen sich zudem aus der Türkei zurückziehen.

Der inhaftierte Chef der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, hat türkischen Berichten zufolge zu einer Waffenruhe aufgerufen. Die Kämpfer sollten sich zudem aus der Türkei zurückziehen, hieß es einer in Diyarbakir verlesenen Erklärung Öcalans, die zum kurdischen Neujahrsfest vor rund 250.000 Menschen verlesen. Öcalan hatte zuvor schon einen "historischen Aufruf" angekündigt.

"Die Zeit ist gekommen, um der Politik den Vorrang zu geben", erklärte Öcalan nun am Donnerstag. "Wir sind in einem Stadium angekommen, in dem sich unsere bewaffneten Elemente aus der Türkei zurückziehen sollten." Der seit Jahrzehnten tobende Konflikt müsse politisch gelöst und die Tür für einen demokratischen Prozess nun aufgestoßen werden. "Das ist nicht das Ende, das ist der Beginn einer neuen Ära."

Die türkische Regierung hat den Aufruf begrüßt. "Die Sprache ist die Sprache des Friedens", zitierte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Innenminister Muammer Güler. Er wolle nun die Umsetzung sehen, sagte der Minister weiter.

Öcalan verhandelt seit Ende vergangenen Jahres mit Vertretern des türkischen Geheimdiensts über einen Aufruf zur Waffenruhe. Ein Gewaltverzicht der PKK soll nach vorab bekanntgewordenen Informationen mit einer verfassungsrechtlich verankerten Garantie der politischen und sozialen Rechte der Kurden belohnt werden.

Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK kämpft seit 28 Jahren gewaltsam für einen eigenen Staat. In dem Konflikt sind bislang etwa 40.000 Menschen getötet worden. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte bereits zu, dass der türkische Staat PKK-Kämpfer bei einem möglichen Rückzug in den Norden Iraks nicht angreifen werde. Die PKK unterhält ihr Hauptquartier im Nordirak.

Der fast 64-jährige PKK-Chef verbüßt in einem Gefängnis auf der Insel Imrali eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Hochverrats. Die PKK ist in der Türkei und vielen anderen Ländern, darunter auch Deutschland, als terroristische Organisation verboten.

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© Süddeutsche.de/dpa/Reuters/AFP/vks
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