Konflikt in Nahost Libanons Präsident fordert Rückzug der Hisbollah aus Syrien

Die radikalislamische Hisbollah solle nicht mehr auf der Seite der Assad-Truppen in Syrien kämpfen, fordert der libanesische Präsident Michel Suleiman. Der Grund: Die Männer würden an einer anderen Front dringender gebraucht: Im Kampf gegen Israel.

Bruderkrieg in Syrien: Auch die radikalislamische Hamas kämpft

(Foto: REUTERS)

Der libanesische Präsident Michel Suleiman hat die Hisbollah-Miliz seines Landes aufgefordert, ihre Kämpfer aus Syrien abzuziehen. Wenn die Hisbollah weiterhin im syrischen Bürgerkrieg auf der Seite von Präsident Baschar al-Assad kämpfe, verschärfe das die Instabilität im Libanon, sagte Suleiman. "Wenn sie an der Schlacht um Aleppo teilnimmt und weitere Hisbollah-Kämpfer getötet werden, führt das zu mehr Spannungen", sagte er der libanesischen Zeitung As-Safir. Assads Truppen bereiten derzeit eine Offensive gegen die von Rebellen gehaltene Metropole im Norden Syriens vor.

Der Kampf der Hisbollah müsse mit der Eroberung Kussair aufhören, forderte Suleiman. In der Grenzstadt hatte die Hisbollah die Assad-Truppen unterstützt und maßgeblich zu deren Sieg über die Rebellen vor zwei Wochen beigetragen.

Hilfe im Kampf gegen Israel

Auch die radikal-islamische Palästinenserbewegung Hamas hatte vor wenigen Tagen die Hisbollah aufgefordert, ihre Miliz aus Syrien abzuziehen. Die Hamas betrachte die Hisbollah als Partner im Widerstand gegen Israel. Es sei falsch, wenn sie jetzt in Syrien an der Seite des Regimes von Präsident Baschar al-Assad kämpfe. Auch der libanesische Präsident Suleiman sagte, er sei immer bereit, sich schützend vor die Hisbollah zu stellen, da diese Widerstand gegen "den Feind Israel" leiste, "aber ich will sie auch vor sich selbst schützen."

Suleiman ließ dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, ein Schreiben übermitteln, in dem er gegen einen Angriff der syrischen Luftwaffe auf libanesischem Territorium in der vergangenen Woche protestierte, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA meldete. Seit dem Kampf um Kussair schlugen immer mehr Raketen im Osten des Libanon ein, vermutlich abgefeuert aus von Rebellen kontrollierten Gebieten in Syrien. Die libanesische Führung sah sich deshalb bereits gezwungen, die Parlamentswahl zu verschieben.

Der Libanon, in den eine halbe Million Syrer geflohen sind und den Syrien drei Jahrzehnte lang militärisch und wirtschaftlich dominiert hatte, wird immer mehr in den Bürgerkrieg hineingezogen. Während die Hisbollah an der Seite des Alawiten Assad kämpft, unterstützen die Sunniten im Libanon die überwiegend sunnitischen Rebellen in Syrien. Im Libanon wachsen daher die Spannungen zwischen Sunniten und Alawiten.