Kita-Tarifkonflikt DGB: Kommunen entlasten

Im Streit um die Bezahlung von Erzieherinnen sieht DGB-Chef Reiner Hoffmann den Bund am Zug.

Von Detlef Esslinger

Nun hat sich auch der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann in den Kita-Tarifkonflikt eingeschaltet. Er forderte am Montag eine finanzielle Entlastung der Kommunen, damit sie Kinderpfleger und Erzieher besser bezahlen könnten. Es gehe darum, "den Wert Tausender Beschäftigter richtig einzupreisen, statt sich sklavisch hinter der ,Schwarzen Null' zu verstecken", sagte Hoffmann der Süddeutschen Zeitung. Er nahm auch Verdi-Chef Frank Bsirske vor Vorwürfen in Schutz, den Schlichterspruch vom Juni nicht bei den Mitgliedern seiner Gewerkschaft durchgesetzt zu haben. Deren Votum möge zwar manchen Arbeitgebern nicht passen. "Es zeigt aber, dass das Thema nicht einfach per Schlichtung beiseitegeräumt werden kann." Die Empfehlung, dass die Tarifpartner nun aufeinander zugehen sollten, sei richtig, "egal von wem sie kommt", sagte Hoffmann weiter. Damit verteidigte er auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD). Sie hatte vergangene Woche genau dies verlangt. Arbeitgeber hatten dies als Einmischung gewertet und zurückgewiesen.