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Kinderbetreuung:Klasse statt Masse

Der flächendeckende Ausbau der Kinderbetreuung ist eine Herkulesaufgabe. Und tatsächlich wurde auch viel geschafft in den vergangenen Jahren. Doch für eine entspannte Atmosphäre bräuchte es mehr und qualifiziertere Fachkräfte.

Von Edeltraud Rattenhuber

Sechs Kindern unter drei Jahren über mehrere Stunden die gleiche Fürsorge und Aufmerksamkeit zukommen zu lassen - damit wären die meisten Eltern überfordert. Von Erzieherinnen und Erziehern aber wird es verlangt, in Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel. In anderen Bundesländern sind die Personalschlüssel in der Krippe zwar besser, doch auch hier gibt es Personalmangel und hohe Fluktuation. Erzieherinnen und Erzieher sind unzufrieden, ausgelaugt, von ihren vielen Aufgaben überfordert.

Der flächendeckende Ausbau der Kinderbetreuung ist eine Herkulesaufgabe. Und tatsächlich wurde auch viel geschafft in den vergangenen Jahren. Über das Gute-Kita-Gesetz beteiligt sich der Bund mit Milliarden am Ausbau. Doch obliegt es immer noch den Bundesländern, wie sie diese verwenden. Manche steckten das Geld in die Beitragsfreiheit. Der qualitative Ausbau blieb so auf der Strecke. Für eine entspannte Atmosphäre aber bräuchte es mehr und qualifiziertere Fachkräfte.

Es ist verdienstvoll, dass die Bertelsmann-Stiftung in ihrer neuen Länderstudie erneut auf diese Missstände hinweist. Denn es genügt nicht, nur Masse zu generieren. Eltern, die ihre kleinen Kinder für ganze Tage in Kitas abgeben müssen, sollen auch die Gewissheit haben, dass diesen dort ein gutes Aufwachsen ermöglicht wird.

© SZ vom 26.08.2020

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