Kandidaten für den FriedensnobelpreisEhre für Kohl? Oder Ohrfeige für Obama?

Ein Whistleblower, ein ehemaliger US-Präsident und das Oberhaupt eines autoritären Staates - insgesamt 231 Kandidaten dürfen sich Hoffnungen machen, am Freitag den Friedensnobelpreis zu erhalten. Der Kreis der Favoriten ist kleiner. Wer hat die Auszeichnung verdient? Stimmen Sie ab!

Kandidaten für den Friedensnobelpreis – Bradley Manning

Ein Whistleblower, ein ehemaliger US-Präsident und sogar das Oberhaupt eines autoritären Staates - insgesamt 231 Kandidaten dürfen sich Hoffnungen machen, am Freitag den Friedensnobelpreis zu erhalten. Die bekanntesten Kandidaten der Liste, die das Osloer Friedensforschungsinstitut im Vorfeld veröffentlicht hat.

Würde Bradley Manning die Auszeichnung erhalten, es wäre eine Ohrfeige für einen früheren Preisträger: Barack Obama. Manning sitzt seit zwei Jahren in den USA in Untersuchungshaft, weil er als Soldat hunderttausende vertrauliche Dokumente des Militärs an Wikileaks weitergegeben haben soll, darunter das Video "Collateral Murder", das zeigt, wie amerikanische Soldaten Zivilisten erschießen, geheime Dokumente über die Kriege in Afghanistan und im Irak, sowie 250.000 Depeschen amerikanischer Diplomaten. Immer wieder gibt es Berichte, er sei unter unzumutbaren Bedingungen inhaftiert. Für das US-Militär ist er ein Hochverräter - für den Rest der Welt ein Friedensbringer?

Bild: AFP 11. Oktober 2012, 16:402012-10-11 16:40:33 © Süddeutsche.de/josc/joku/luk