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Kai Eide zieht sich zurück:UN-Beauftrager für Afghanistan geht

Kai Eide, UN-Beauftragter für Afghanistan, will seinen Vertrag nicht verlängern. Mit der Kritik an seiner Arbeit nach der umstrittenen Wahl habe der Rückzug aber nichts zu tun, sagte er.

Der UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan, Kai Eide, will seinen Vertrag nicht verlängern. Eide habe nie vorgehabt, länger als zwei Jahre Chef der UN-Mission in Afghanistan zu bleiben, sagte UN-Sprecher Dan McNorton. Eide habe Generalsekretär Ban Ki Moon gebeten, sich um einen Nachfolger zu bemühen.

Noch am Mittwoch sprach der der Norweger Kai Eide anlässlich des Internationalen Tags gegen Korruption in Kabul mit Journalisten.

(Foto: Foto: dpa)

Der 60-jährige Norweger war nach der von Betrugsvorwürfen überschatteten Präsidentschaftswahl in Afghanistan am 20. August massiv in die Kritik geraten. Sein amerikanischer Stellvertreter Peter Galbraith hatte ihm vorgeworfen, Wahlbetrug bei der umstrittenen Abstimmung verharmlost zu haben. Eide hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Ban Ki Moon hatte Galbraith daraufhin Anfang Oktober "im besten Interesse" der UN-Mission in Afghanistan (Unama) entlassen. Galbraith hatte sich nach der Wahl für eine weit umfangreichere Überprüfung der Betrugsvorwürfe eingesetzt als Eide.

Der norwegischen Nachrichtenagentur NTB sagte Eide, die Kritik Galbraiths habe nichts mit seinem Rücktritt zu tun.

Bevor Eide im März 2008 seinen Posten für Afghanistan antrat und damit den Deutschen Tom Koenigs ablöste, war er unter anderem als Sonderbotschafter des UN-Generalsekretärs dafür zuständig, den politischen Prozess im Kosovo voranzubringen. Außerdem ist der Norweger einer der Autoren des so genannten Mitchell-Reports über die palästinensische Intifada, die im Jahr 2000 begann.

© sueddeutsche.de/dpa/AP/sukl/aho

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