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Irland:Higgins zum Präsidenten gewählt

Der Dichter, Soziologe und Friedensaktivist Michael Higgins hat die Präsidentenwahl in Irland gewonnen. Der frühere Kulturminister von der Labour-Partei holte bei dem Urnengang 56 Prozent der Stimmen.

Der Labour-Politiker Michael D. Higgins ist zum neunten Präsidenten der Republik Irland gewählt worden. Higgins konnte letztlich 1.007.104 Stimmen auf sich vereinigen, während auf seinen schärfsten Widersacher Sean Gallagher nur 628.114 Stimmen entfielen. Das teilte die Wahlkommission am Samstag als Endergebnis mit.

Michael D Higgins ist neuer Präsident Irlands - hat aber überwiegend repräsentative Aufgaben.

(Foto: AFP)

Higgins hatte nach dem irischen Wahlsystem demzufolge 39,6 Prozent der Erstpräferenzen erhalten. Der zweitplatzierte Gallagher (28,5 Prozent) gratulierte Higgins. "Es gibt keinen Zweifel, dass er ein Präsident sein wird, auf den Irland stolz sein kann", sagte er nach der Verkündigung der Ergebnisse.

Auch der ehemalige nordirische IRA-Aktivist Martin McGuinness, der für die Linkspartei Sinn Fein zur Wahl angetreten war und auf Rang drei landete, sprach Higgins seine Glückwünsche aus. "Es war eine Erfahrung fürs Leben", sagte McGuinness am Samstag über den Wahlkampf und seine Kandidatur. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 56 Prozent und damit deutlich unter der bei den Parlamentswahlen im März, als 70 Prozent der Iren abgestimmt hatten.

Der irische Präsident hat vor allem repräsentative Aufgaben. Er soll ähnlich wie der deutsche Bundespräsident eine moralische Instanz sein; außerdem ernennt er den Premierminister oder löst das Parlament vor Neuwahlen auf. Die Nordirin Mary McAleese war 14 Jahre lang Präsidentin und durfte nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Der neue Präsident soll am 11. November für eine Amtszeit von sieben Jahren vereidigt werden.