Irak:Selbstmordanschlag in Moschee - Dutzende Tote

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Mindestens 30 Menschen sollen getötet worden sein, viele weitere hätten Verletzungen erlitten: Ein Selbstmordattentäter hat nach Angaben aus Sicherheitskreisen in einer schiitischen Moschee im Norden des Irak einen Sprengsatz gezündet.

Bei einem Selbstmordanschlag in einer schiitischen Moschee im Norden des Irak sind nach Angaben mehrerer Nachrichtenagenturen mindestens 35 Menschen getötet worden. Dutzende weitere Menschen seien bei dem Attentat verletzt worden, teilten Vertreter der Rettungs- und Sicherheitskräfte mit.

Der Anschlag ereignete sich während einer Trauerfeier in der Ortschaft Tus Churmatu, etwa 175 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad. Dabei wurde des Verwandten eines Politikers gedacht, der am Vortag erschossen worden war.

Wie aus Sicherheitskreisen verlautete, waren unter den Opfern überwiegend Angehörige der turkmenischen Minderheit. Der turkmenische Parlamentarier Abbas al-Bajati forderte die Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki auf, die Siedlungsgebiete der Turkmenen besser zu schützen. "Ich gehe davon aus, dass diese Explosion mit der innenpolitischen Lage zusammenhängt", sagte der Abgeordnete der Nachrichtenagentur dpa in Bagdad.

Im Norden des Landes gibt es seit Wochen Proteste gegen die Politik Al-Malikis. Die überwiegend sunnitischen Demonstranten protestieren seit Wochen für die Freilassung ihrer Gefangenen, die unter Terrorverdacht verhaftet wurden und zum Teil schon seit Jahren auf ihren Prozess warten.

Inzwischen mehrt sich auch im Lager der Schiiten-Parteien die Kritik am Regierungschef, der selbst Schiite ist. Nach dem Abzug der US-Armee Ende 2011 hat sich der Machtkampf zwischen Schiiten, Sunniten und den Angehörigen der verschiedenen ethnischen Minderheiten im Irak verschärft. Häufig gibt es Anschläge, die meist von dem irakischen Ableger des Terrornetzwerkes al-Qaida verübt werden.

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