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Großbritannien:Cummings bleibt wohl straffrei

Nach Ansicht der Polizei könnte der umstrittene britische Regierungsberater Dominic Cummings einen "geringfügigen Verstoß" gegen die Corona-Regeln begangen haben. Der enge Vertraute von Premierminister Boris Johnson habe mit seiner Autofahrt zum Ausflugsziel Barnard Castle jedoch nicht mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen, da er offenbar die Abstandsregeln eingehalten habe, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung der Polizei im nordenglischen Durham. Nach überstandener Erkrankung wollte Cummings am Ostersonntag mit der Fahrt zum etwa 40 Kilometer entfernten Schloss angeblich prüfen, ob sich sein durch die Infektion eingeschränktes Sehvermögen wieder ausreichend verbessert hatte. Ein Anwohner hatte ihn dort gesehen und angezeigt. Zuvor war Cummings mit seiner an Corona-Symptomen leidenden Frau und seinem vierjährigen Sohn mit dem Auto von London zu seinen Eltern nach Durham gefahren. Dort erkrankte auch er. Johnsons Chefberater besteht darauf, die Corona-Regeln eingehalten zu haben. Aus Downing Street hieß es am Donnerstag, der Befund der Polizei ändere die Einschätzung der Lage nicht. Der Premierminister betrachte die Angelegenheit als erledigt.

© SZ vom 29.05.2020 / am

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