Glosse:Das Streiflicht

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(SZ) Obwohl das Virus derzeit bedenklich an Boden gewinnt, tun die Leute so, als läge es zerschmettert darnieder, so wie der Lindwurm Fafner nach der Begegnung mit Richard Wagner. Super, sagen sie, oder mega oder sonst was, das Ungeheuer ist besiegt, jetzt ist wieder Leben und sogar Urlaub möglich, jetzt ist der Moment für einen Neustart. Recht haben sie. Kein Orchester, das nach gefühlt hundert Jahren Friedhofsruhe nicht den Neustart wagte, kein Theater, das sein gut abgehangenes Vor-Corona-Programm nicht mit dem Lockruf "Neustart" bewerben würde, kein Gastwirt, der den Neustart seiner Küche nicht mit einer appetitlich fetten Preiserhöhung feierte. Allem Neustart wohnt ein Zauber inne, sagt der Dichter, und das spürt man auch beim Neustart der deutsch-amerikanischen Beziehungen, die zu Trumps Zeiten auf angenehme Weise schlecht waren, und jetzt wieder freundschaftlich kompliziert sind. Apropos Weltpolitik: Was den Neustart der Fußball-Nationalmannschaft betrifft, hält es sogar Uli Hoeneß für denkbar, dass mit Trainer Hansi Flick eines Tages ein Sieg gegen Andorra drin wäre. Nur die Grünen brauchen keinen Neustart. Sagt jedenfalls Robert Habeck. Es muss wirklich schlimm um die Partei stehen.

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