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Fridays for Future:Volle Straßen, leeres Klimapaket

Erneut gehen weltweit Menschen auf die Straße, um von ihren Regierungen endlich wirksame Maßnahmen im Kampf für Umweltschutz und gegen Erderwärmung zu fordern.

Weltweit sind am Freitag wieder Hunderttausende Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen. Am vergangenen Freitag hatten sich an den Aktionen und Kundgebungen nach Schätzungen von "Fridays for Future" weltweit circa vier Millionen Menschen beteiligt. Diesmal wurden etwa aus Neuseeland 170 000, aus Rom 200 000, aus Mailand 150 000, aus Stockholm 40 000, aus München 2000 Teilnehmer gemeldet. In Österreich haben Zehntausende demonstriert, auf dem Wiener Heldenplatz waren die Wiener Sängerknaben dabei. In New York wurde bereits am Donnerstag vor einer Modeveranstaltung farbenfroh demonstriert.

Derweil gerät die Bundesregierung vermehrt unter Rechtfertigungsdruck. Nach SZ-Informationen waren aus der ausführlichen Fassung ihres Klimapakets sämtliche Zielwerte für einzelne Maßnahmen gelöscht worden. Am Freitag verursachte das Ärger bei Umweltverbänden und quer durch die Opposition. "Das passt ins Bild", sagte der FDP-Klimapolitiker Lukas Köhler. Statt auf Wissenschaftler zu hören, habe die Koalition "ein teures und unabgestimmtes Sammelsurium" zusammengestellt. Der Umweltverband BUND warnte vor "Luftbuchungen". "Indem die Bundesregierung die Zahlen zu Einzelmaßnahmen streicht, droht der ohnehin enttäuschende Maßnahmenkatalog endgültig zur leeren Hülle zu werden", sagte BUND-Chef Hubert Weiger.