DR Kongo:Islamisten töten Dorfbewohner

Mutmaßliche islamistische Kämpfer haben am Wochenende bei Angriffen auf zwei Dörfer im Ostkongo nach Angaben der Armee und einer Menschenrechtsgruppe rund 20 Menschen getötet. Die vermutlich zu den Alliierten Demokratischen Kräften (ADF) gehörenden Truppen brannten Häuser in den Dörfern Kandoyi und Bandiboli nieder und töteten Bewohner, wie Christophe Munyanderu von der Convention for the Respect of Human Rights (CRDH) am Sonntag sagte. Auch der Sprecher der kongolesischen Armee in Ituri, Jules Ngongo, geht von etwa 20 Toten aus. "Ich sah die Leichen, ihnen war die Kehle durchgeschnitten worden", sagte Alice Kyanga, deren Eltern unter den am Samstag in ihren Häusern Getöteten waren. Die ADF ist eine ugandische Miliz, die in den 1990er Jahren in den Ostkongo zog. Die Gruppe ist für 1050 gewaltsame Todesfälle 2021 verantwortlich, wie aus Daten des Kivu Security Tracker hervorgeht, der die Gewalt in der Region erfasst. Die Sicherheit in Ituri und der benachbarten Provinz Nord-Kivu hat sich verschlechtert, seitdem die Regierung sie im vergangenen Jahr unter Militärherrschaft gestellt hat, so UN-Experten im Juni. Die Regierung hatte im April 2021 den Belagerungszustand über die Provinzen verhängt, um auf die eskalierenden Angriffe der Milizen zu reagieren, darunter wiederholte Massaker durch die ADF, die Verbindungen zum Islamischen Staat haben soll. Uganda hat mindestens 1700 Soldaten entsandt, um sein Nachbarland im Kampf gegen die ADF zu unterstützen. Die dortige Regierung macht die Gruppe für eine Reihe von Bombenanschlägen in Kampala im vergangenen Jahr verantwortlich.

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