Borneo Juristen kritisieren Einführung von Steinigungen in Brunei

Das streng muslimische Sultanat Brunei auf der Insel Borneo in Südostasien will im April wieder Steinigungen für Ehebrecher und andere drakonische Strafen einführen.

Das streng muslimische Sultanat Brunei auf der Insel Borneo in Südostasien will im April wieder Steinigungen für Ehebrecher und andere drakonische Strafen einführen. Der Verband "Internationale Juristenkommission" (ICJ) hat das scharf kritisiert. Die Gesetze, die im April in Kraft treten sollen, verstießen gegen die Menschenrechte, teilte die Organisation mit.

"Gesetze, die Ehebruch, außereheliche sexuelle Beziehungen und Beziehungen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern kriminalisieren sind mit internationalen Standards nicht vereinbar", schrieb die Gruppe in einem offenen Brief an Sultan Hassanal Bolkiah. Das durch Erdöl reich gewordene Sultanat mit weniger als einer halben Million Einwohnern will auch die Todesstrafe wieder vollstrecken. Diese wurde seit 1957 nicht mehr ausgeführt.

Die neuen Gesetze seien als Richtlinien Gottes für die Muslime im Land zu verstehen, teilte der Sultan bei der Ankündigung im Oktober mit. Zweidrittel der Einwohner sind Muslime.