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Bischofskonferenz:Kirchen stellen 1280 Unterkünfte bereit

Die katholischen Bischöfe unterstützen die Flüchtlingspolitik der Regierung und wollen zu einer "Kultur der Solidarität beitragen". Sie wendeten 112 Millionen Euro dafür auf.

Von Matthias Drobinski, Schöntal

Die katholischen Bischöfe in Deutschland unterstützen die Flüchtlingspolitik der Regierung und wollen zu einer "Kultur der Aufnahme und der Solidarität beitragen", wie der Hamburger Erzbischof Stefan Heße auf der Frühjahrsversammlung der Bischöfe im Kloster Schöntal sagte. Er ist der Beauftragte für Flüchtlingsfragen. Der Münchner Kardinal und Bischofskonferenzvorsitzende Reinhard Marx sagte, die Herausforderungen durch die hohe Zahl der Flüchtlinge seien "immens", allerdings habe sich 2015 gezeigt, "was unser Land zu leisten vermag, um große Aufgaben erfolgreich zu bewältigen". Es sei "ehrlich anzuerkennen", dass sich "Anzeichen von Verunsicherung und Überforderung" mehrten - "aber was uns in dieser Lage am wenigsten weiterhilft, sind rhetorische Dramatisierungen und engstirniges Gezänk", so der Kardinal. Die Bistümer und kirchlichen Hilfswerke haben 2015 nach eigenen Angaben mindestens 112 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe aufgewendet, davon 41 Millionen Euro für Projekte in Krisenregionen. Kirchliche Einrichtungen haben insgesamt 1280 Unterkünfte zur Verfügung gestellt. In der Flüchtlingshilfe der Kirche engagieren sich 5100 hauptamtliche und mehr als 100 000 ehrenamtliche Helfer.

© SZ vom 18.02.2016
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