Balkanroute Mazedonien schließt seine Grenze

Nach Slowenien, Kroatien und Serbien hat nun auch Mazedonien entschieden, dass nur noch Menschen einreisen dürfen, die gültige Visa haben. Damit ist die Balkanroute für Flüchtlinge faktisch geschlossen.

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat die Schließung der Balkanroute für Flüchtlinge begrüßt. "Bei den irregulären Migrationsströmen entlang der Westbalkanroute ist das Ende erreicht", schrieb Tusk am Mittwoch auf Twitter. Dies sei keine Frage einseitiger Maßnahmen, sondern eine gemeinsame Entscheidung der 28 EU-Staaten. Nach Slowenien, Kroatien und Serbien hat auch Mazedonien seine Grenze für Flüchtlinge geschlossen. In Zukunft dürften nur noch Menschen mit gültigen Reisepässen und Visa einreisen, berichteten Medien am Mittwoch in Skopje unter Berufung auf die Regierung. Damit ist die Balkanroute, über die 2015 mehr als eine Million Menschen nach Österreich und vor allem nach Deutschland gekommen waren, faktisch dicht.

Trotz miserabler Verhältnisse und geschlossener Schlagbäume strömen immer noch mehr Flüchtlinge an die griechische Grenze zu Mazedonien in ein improvisiertes Lager. Bei Idomeni stauen sich bereits bis zu 14 000 Menschen, Mazedonien lässt fast niemanden mehr durch. Heftiger Regen machte die Not der in Zelten oder unter freiem Himmel kampierenden Menschen am Mittwoch noch schlimmer. Die hygienischen Bedingungen sind miserabel. Dennoch kamen Dutzende weitere Männer, Frauen und Kinder nach einem mehr als 15 Kilometer weiten Fußmarsch von einer nahen Tankstelle ins Camp direkt an der Grenze. Viele trugen einfache Ponchos, um Regen und Feuchtigkeit abzuhalten.

Idomeni war monatelang die Hauptdurchgangsstation der Flüchtlinge auf der sogenannten westlichen Balkanroute in Richtung Mitteleuropa. Seit Mazedonien und andere Länder ihre Grenzen dichtgemacht haben, gilt die nordgriechische Region als Krisengebiet.