bedeckt München 26°

Atomare Aufrüstung:Pakistan testet verbesserte Mittelstreckenrakete

Vor nicht einmal einer Woche hat Indien eine atomwaffenfähige Langstreckenrakete getestet - jetzt hat Pakistan seine Stärke demonstriert: Die Streitkräfte des Landes melden den erfolgreichen Test einer verbesserten Mittelstreckenrakete.

Pakistan hat nach Militärangaben erfolgreich eine atomwaffenfähige Mittelstreckenrakete getestet. Der Test erfolgte am Mittwoch knapp eine Woche, nachdem das Nachbarland Indien erstmals eine eigene Interkontinentalrakete abgefeuert hatte.

Die Rakete vom Typ Hatf-IV/Shaheen-1A sei eine verbesserte Version des Vorgängermodells, sagte ein Armeesprecher. Sie habe eine größere Reichweite als die Shaheen-1, mit der Ziele in bis zu 750 Kilometern Entfernung angegriffen werden könnten. Weitere Einzelheiten nannte er nicht. Auch der Ort des Raketentests blieb geheim.

Die verfeindeten südasiatischen Atommächte Pakistan und Indien testen regelmäßig Raketen, die mit konventionellen und nuklearen Sprengköpfen bestückt werden können. Das pakistanische Arsenal ist in erster Linie gegen Indien gerichtet, das von seinem Territorium aus alle wichtigen Städte in Pakistan mit Atomraketen angreifen kann.

Nach Einschätzung von Militärexperten könnte die Rakete Ziele in einer Reichweite von 2500 bis 3000 Kilometern treffen. Pakistan und Indien haben seit ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1947 drei Kriege gegeneinander geführt.

Der Test der indischen Interkontinentalrakete vom Typ Agni-V am vergangenen Donnerstag hatte dagegen vor allem in Peking und in den westlichen Hauptstädten Besorgnis ausgelöst. Die Agni-V hat eine Reichweite von mehr als 5000 Kilometern und kann damit Ziele in ganz China sowie theoretisch auch in Europa erreichen.

© Süddeutsche.de/dpa/AFP/dapd/infu/cop
Zur SZ-Startseite