Aktuelles Lexikon Revolutionsgarden

Die iranische Truppe hat einen neuen Kommandeur.

Von Roland Preuss

Ab und an marschieren sie in den Fernsehnachrichten über den Bildschirm, gerne mit blütenweißen Krägen, Handschuhen und Stiefeln zur dunkelgrünen Uniform. Die Revolutionsgarden verstehen sich als Elitetruppe Irans, und das soll auch jeder sehen. Begleitet werden die regelmäßigen Auftritte oft durch markige Reden und frisch polierte Raketen, so wie erst vergangenen Donnerstag in Teheran. Bei dieser Gelegenheit zeigte sich Irans Präsident Hassan Rohani betont unbeeindruckt von der Entscheidung der US-Regierung, die Revolutionsgarden als Terrororganisation einzustufen. Dem folgt nun ein weiterer Schritt, der in die gleiche Richtung weist: Der oberste Führer des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, ernannte am Sonntag General Hussein Salami zum neuen Kommandeur der Garden. Der 58-Jährige gilt als Hardliner und scharfer Gegner Israels. Das Regime in Teheran gründete die Garden nach der Islamischen Revolution 1979 als Säule des Ayatollah-Systems. Seit Jahren unterstützt die etwa 100 000 Mann starke Truppe das Regime von Baschar al-Assad in Syrien sowie den Aufbau von Milizen im Irak oder in Libanon. Doch die Garden stehen für mehr als Militäreinsätze und Paraden. Sie kontrollieren auch lukrative Geschäftsfelder in Iran wie die Bau-, Energie- und Bankenbranche.