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Aktuelles Lexikon:Feldbett

Für Soldaten erfunden, ist es heute auch bei Campern beliebt.

Von Joachim Käppner

Wie es war, kein Feldbett zu besitzen, davon zeugen zahllose Berichte: scheußlich nämlich. Armeen auf Gewaltmärschen oder auf der Flucht ließen ihren Soldaten wenig Möglichkeiten zum Schlaf als mit einer Decke auf dem blanken Boden; so erging es George Washingtons Milizionären im Dezember 1776, als sie vor den britischen Verfolgern von New York nach Süden flohen und bei Eisregen im Matsch schliefen, "die mitleiderregenden Überreste einer geschlagenen Armee", wie ein Augenzeuge schrieb. Bei besseren Gelegenheiten führte der Tross klappbare Betten mit "ins Feld", daher der Name Feldbett. Mit solchen Liegestätten mussten sich nun gestrandete Fluggäste zur Nacht bequemen, als wegen des mutierten Coronavirus Verbindungen von und nach Großbritannien entfielen. Das Feldbett ist klapp- und faltbar, mit Stoff oder Kunststoff bespannt und lässt sich besonders leicht transportieren; seine Beine bestanden früher aus leichtem Holz, heute sind sie meist aus Leichtmetall oder Kunststoff. Wann es erfunden wurde, liegt im Nebel der Geschichte. Die militärische Version ist Vorbild für zahlreiche Campingliegen und -betten. Bei der Bundeswehr gibt es eine erweiterte Variante: Hier werden Schlafende durch ein kuppelartiges Moskitonetz vor Blutsaugern geschützt - genannt "Mückendom"

© SZ vom 23.12.2020
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