Aktuelles Lexikon Blattgold

Mit dieser Folie erregte Bayern-Spieler Franck Ribéry die Gemüter.

Von Annette Zoch

Ein Windhauch reicht, um die Kostbarkeit fortzutragen: Blattgold ist nur ein zehntausendstel Millimeter dünn. Mit der aus reinem Gold oder hochkarätigen Goldlegierungen hergestellten Folie werden Bilderrahmen, Stuckaturen und Kirchenkuppeln vergoldet. Schon die alten Ägypter kannten die Technik, die Römer brachten das Handwerk nach Europa. Als Zentrum des europäischen Goldschlägerhandwerks bezeichnet sich die mittelfränkische Stadt Schwabach. Eine restriktive Handwerksordnung hatte im Mittelalter die Goldschläger aus Nürnberg in die Nachbarstadt getrieben, fünf Betriebe gibt es dort heute noch. Die Schritte zur Herstellung von Blattgold haben sich über die Jahrtausende hinweg kaum verändert. Zuerst wird das Gold mit Zusatzstoffen wie Platin, Silber oder Kupfer zu Barren gegossen, dann zu einem Band gewalzt, so dick wie Zeitungspapier. Dieses wird dann mit immer schwereren Hämmern beschlagen, bis es am Ende nur noch hauchdünn ist. In diesem Zustand lässt sich Blattgold auch verzehren - auf Pralinen, in Schnaps, auf Lachs gestreut. Unter der Kennziffer E 175 ist Gold sogar als Lebensmittelzusatzstoff registriert. Man kann sich natürlich auch ein Steak in Blattgold einwickeln lassen, so wie jüngst Bayern-Spieler Franck Ribéry. Blattgold schmeckt übrigens nach nichts.