Aktuelles Lexikon Bafög

Die Abkürzung steht für eine Erfolgsgeschichte der deutschen Bildungspolitik.

Von Paul Munzinger

In eine Zeitungszeile passen erstaunlich viele Buchstaben. Die knackigen Drei-Wort-Gesetze zum Beispiel, die in regelmäßigen Abständen das Haus der Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) verlassen, das "Gute-Kita-Gesetz" oder auch das "Starke-Familien-Gesetz", finden darin locker Platz. Will man aber ein Ungetüm wie das "Bundesausbildungsförderungsgesetz" mit seinen 33 Anschlägen hineinzwängen, wird die Zeile zum Flaschenhals. Insofern ist es eine Form von linguistischer Notwehr, dass das Gesetz praktisch nur in seiner Kurzform Bafög (oder ganz korrekt: BAföG) angesprochen wird - ebenso wie das Geld, das es zum Wohle von Schülern, Auszubildenden und Studierenden fließen lässt. Im Jahr 1971 von der sozial-liberalen Koalition unter Willy Brandt eingeführt, soll das Bafög auch jungen Menschen eine Ausbildung ermöglichen, die von zu Hause keine oder zu wenig Unterstützung bekommen. Eine bundesrepublikanische Erfolgsgeschichte, die aber zuletzt ein paar Kratzer abbekommen hat. Die Zahl der Empfänger sinkt seit Jahren, Kritiker bemängeln zudem, dass die Förderung von derzeit maximal 735 Euro im Monat hinten und vorne nicht reicht. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) will das Bafög deshalb erhöhen und wieder mehr jungen Menschen zugänglich machen.