Äußerungen von AfD-Chef Lucke:CDU schließt Bündnis mit Euro-Gegnern aus

Die eurokritische "Alternative für Deutschland" traut sich den Einzug in den Bundestag zu - ihr Chef bringt sogar ein Dreierbündnis mit Schwarz-Gelb ins Spiel. Nach anfänglichem Zögern hat CDU-Generalsekretär Gröhe jetzt auf die Offerte reagiert.

Von Robert Roßmann, Berlin

Die CDU hat am Mittwoch eine "Bahamas-Koalition" mit der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) ausgeschlossen. Generalsekretär Hermann Gröhe sagte am Abend: "Jede Spekulation über eine Tolerierung durch oder eine Zusammenarbeit mit der AfD ist völlig absurd und entbehrt jeder Grundlage - mit Euro-Gegnern kann und wird es keine Zusammenarbeit geben."

Gröhe reagierte damit auf Forderungen der Opposition. Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, hatte von CDU-Chefin Angela Merkel verlangt, eine Zusammenarbeit mit der AfD eindeutig abzulehnen. Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin äußerte sich ähnlich.

Anlass war ein Statement von AfD-Chef Bernd Lucke. Dieser hatte am Mittwochmorgen in der ARD eine Kooperation mit der Union prinzipiell für möglich erklärt. Die neue Partei steht in den Umfragen bei drei Prozent, sie selbst traut sich sogar den Einzug in den Bundestag zu.

Wegen der Parteifarben Schwarz, Gelb (FDP) und Blau (AfD) wird ein Bündnis von Union und FDP mit den Euroskeptikern nach der Nationalflagge der Bahamas benannt.

Regierungssprecher Steffen Seibert hatte am Mittwochmittag noch zurückhaltend auf die Forderungen der Opposition reagiert. Er sagte lediglich, die Kanzlerin führe ihren Wahlkampf "mit der Absicht, die erfolgreiche christlich-liberale Koalition fortzusetzen. Punkt."

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema