Nach Ende des Zweiten Weltkriegs lebten kaum mehr als 15.000 Juden in den Besatzungszonen der Westmächte. Der Zentralrat galt bei seiner Gründung als Provisorium: Er sollte das Auswandern der Juden organisieren. Tausende aber blieben - und in der Bundesrepublik entstand alsbald wieder ein reges jüdisches Gemeindeleben. Der Zentralrat wuchs in eine Wächterrolle und wurde so, wie CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe jetzt zum Jubiläum sagte, "zu einer gewichtigen Stimme beim Aufbau eines demokratischen Staates und einer offenen, toleranten Gesellschaft in Deutschland". Leider musste das Gremium allzu oft bei antisemitischen Vorfällen seine Stimme erheben: Zum Beispiel bei einem Anschlag auf die jüdische Gemeinde in Düsseldorf im Jahr 2000, der auf dem Bild betrauert wird.

19. Juli 2010, 14:292010-07-19 14:29:52 © (sueddeutsche.de/ffu)