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Zeitumstellung:Eine Stunde länger schlafen

Spanien erwägt Wechsel der Zeitzone

In der Nacht zu Sonntag werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt.

(Foto: Emilio Naranjo/dpa)

In der Nacht zu Sonntag werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Viele Menschen haben Probleme mit dem Wechsel zwischen Winter- und Sommerzeit. Aber es gibt ein paar Tipps gegen die Müdigkeit.

Auch wenn in einigen Regionen Deutschlands gerade noch einmal der (Spät-)Sommer ausgebrochen ist, beginnt am Wochenende die Winterzeit. Es wird früher dunkel, die Temperaturen sinken und die Chance auf Regen oder Schnee steigt. Aber der Wechsel der Jahreszeiten bringt auch etwas Gutes mit sich: eine Stunde mehr Schlaf.

In der Nacht von Samstag (26. Oktober) auf Sonntag (27. Oktober) werden um 3 Uhr die Uhren eine Stunde auf 2 Uhr zurückgestellt.

Was für einige Menschen Grund zur Freude ist, bedeutet für andere Stress und Müdigkeit. Sie klagen über Schlaf- oder Konzentrationsstörungen. Nach einer Forsa-Umfrage, die die Krankenkasse KKH in Auftrag gegeben hat, macht die Zeitumstellung vier von zehn Deutschen zu schaffen. Frauen (46 Prozent) haben demnach deutlich mehr Probleme damit als Männer (36 Prozent).

Schlafmediziner warnen davor, die Umstellung auf die leichte Schulter zu nehmen. "Der menschliche Organismus erfährt eine Art Mini-Jetlag", sagt Hans-Günter Weeß von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM).

Nicht zwingen, wach zu bleiben

Es gibt aber ein paar Tipps, wie man die Zeitumstellung besser übersteht. Helfen kann zum Beispiel blauhaltiges Licht am Spätnachmittag. "Das verschiebt die innere Uhr", sagt Dieter Kunz, Chefarzt der Klinik Schlafmedizin am Berliner St. Hedwig-Krankenhaus. Anschalten sollte man das farbige Licht gegen 16 oder 17 Uhr, wenn es dunkel wird.

Sich dazu zwingen, abends länger wach zu bleiben, helfe dagegen nicht zwangsläufig, sagt Kunz. Schlimmstensfalls wache man morgens trotzdem eine Stunde früher auf. Die Müdigkeit, die durch das länger Wachbleiben entstehe, werde meist während der ersten vier oder fünf Stunden Schlaf abgebaut.

Anders sieht es dagegen mit der Müdigkeit aus, nicht durch längeres Wachbleiben, sonder durch die innere Uhr bestimmt wird. Weil der Frühaufsteher, wenn er später ins Bett geht, insgesamt weniger Schlaf bekommt, wird diese Art von Schläfrigkeit eventuell nicht mehr vollständig abgebaut. "Sie können den Schlaf nicht erzwingen, sich zu verschieben", sagt Kunz. Um die Müdigkeit in Schach zu halten, kann es auch helfen, abends Sport zu treiben. Das sei aber von Person zu Person unterschiedlich, schränkt Kunz ein. "Was bei einem hilft, muss nicht beim anderen helfen."

Immerhin: Die Zeitumstellung im Herbst fällt den Menschen - egal ob Frühaufsteher oder Nachtmensch - meist weniger schwer als die im Frühjahr.

1980 wurde die Zeitumstellung in Deutschland eingeführt, um Energie zu sparen. Doch selbst Energieerzeuger sehen dieses Ziel als verfehlt. Vielmehr wird in den kälteren Monaten mehr Energie für Heizen verbraucht. Seit 1996 stellen alle EU-Länder die Uhren am letzten Sonntag im Oktober um eine Stunde zurück.

Am 30. März 2014 beginnt wieder die Sommerzeit.