bedeckt München 20°

Düsseldorf:Vermeintliches Mordopfer nach 31 Jahren lebendig gefunden

  • Vor 31 Jahren verschwand eine junge Frau aus Niedersachsen spurlos. Alles deutete damals auf ein Verbrechen hin.
  • Nach einem Einbruch in ihrer Wohnung hat die Polizei das vermeintliche Mordopfer jetzt wiedergefunden.

Fall nach 31 Jahren gelöst

Eine 24-jährige Frau verschwindet spurlos. Die Informatikstudentin lebt bis dahin in einem Wohnheim in Braunschweig. Suchmaßnahmen der Polizei bleiben ergebnislos, auch eine Fahndung in der ZDF-Fernsehserie "Aktenzeichen XY... ungelöst" gibt keine Hinweise auf die Vermisste. Das war 1984. Jetzt ist die inzwischen 55-Jährige wieder aufgetaucht.

Kurz nach der Tat hatte ein Mann den Mord an der Studentin gestanden. Der angebliche Täter war damals des Mordes an einem anderen Mädchen in einem Waldstück bei Wolfsburg schuldig gesprochen worden und gab an, auch die vermisste Studentin aus dem nahegelegenen Braunschweig getötet zu haben. Der Fall scheint gelöst, die junge Frau wird Ende 1989 offiziell für tot erklärt.

Vermutlich riefen Nachbarn die Polizei

Vor zwei Wochen haben Polizeibeamte die vermeintliche Tote in Düsseldorf ausfindig gemacht - durch einen Zufall. Die Polizisten waren wegen eines Einbruchs in eine Wohnung gerufen worden. Wer genau die Beamten verständigt hat, konnte die Braunschweiger Polizei der SZ nicht sagen - vermutlich die Nachbarn, denn die Bewohnerin war nicht zuhause.

Als die Polizisten den Fall vor Ort aufnahmen, kam die Bewohnerin nach Hause. Die Beamten wollten ihre Personalien aufnehmen und baten um ein amtliches Dokument. Schließlich legte die 55-Jährige einen alten Personalausweis vor. Zwei Ermittler der Braunschweiger Kriminalpolizei wurden hinzugezogen und konnten die Identität nach der Prüfung des Dokumentes und einer Vernehmung bestätigen: Es handelte sich um die Totgeglaubte.

Warum die Frau untergetaucht und ihre Familie offenbar im Glauben gelassen hat, sie sei ermordet worden, ist unklar. Sie wünsche keinerlei Kontakt zur Öffentlichkeit und zu ihren Verwandten, lässt sie über die Polizei ausrichten.

© SZ.de/AFP/tamo/olkl

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite