Wien Fünf Mönche bei Überfall auf Kirche verletzt

  • In Wien wurden fünf Mönche bei einem Überfall einer Kirche verletzt.
  • Die Polizei sucht nach einem Tatverdächtigen.
  • Der Wiener Erzbischof will für die Reue des Täters beten und zeigt sich tief betroffen von dem Vorfall.

Bei einem Überfall in einer Wiener Kirche sind fünf Mönche verletzt worden, einer von ihnen schwer. In die katholische Kirche Maria Immaculata im Stadtteil Floridsdorf sei am Donnerstag ein Mann gekommen und habe einen dort anwesenden Ordensbruder mit einer Pistole gezwungen, sich auf den Boden zu legen, teilte ein Polizeisprecher mit. Der Täter habe den Mönch misshandelt und ihn dabei schwer am Kopf verletzt.

Vier weitere Ordensbrüder, die nach und nach in die Kirche kamen, mussten sich der Polizei zufolge ebenfalls auf den Boden legen, wurden geschlagen und gefesselt. Alle fünf Männer wurden nach ihrer Entdeckung ins Krankenhaus eingeliefert.

Die Polizei leitete eine Großfahndung nach insgesamt zwei Verdächtigen ein, die bis zum Abend jedoch erfolgslos blieb. Zum Zeitpunkt des Überfalls fand in der Kirche kein Gottesdienst statt. Nach bisherigem Ermittlungsstand habe zumindest ein Verdächtiger Bargeld und Wertsachen von den Ordensbrüdern gefordert, hieß es von der Polizei. Das genaue Tatmotiv sei noch nicht klar, einen terroristischen Hintergrund schließe man jedoch aus.

"Kirchen sind Orte des Friedens und der Zuwendung - das macht uns die Weihnachtszeit in besonderer Weise bewusst. Umso trauriger ist die Nachricht vom brutalen Raubüberfall", sagte der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn. "Gott sei Dank kommt so etwas in Österreich nur sehr selten vor. Ich bete für die baldige Genesung der Opfer und die Reue der Täter", so Schönborn.

Im Zentrum von Wien war am Donnerstag der berühmte Stephansdom wegen eines Bombenalarms geräumt worden. Eine Stunde später wurde die Kathedrale wieder geöffnet, nachdem kein Sprengmaterial gefunden worden war.