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Wegen Stillschweigen:Klatten-Erpresser befindet sich in Beugehaft

Haftstrafe im zweiten Prozess um Klatten-Erpressung

Antrag auf Erzwingungshaft: Susanne Klatten hat einen Haftbefehl gegen ihren früheren Liebhaber Helg Sgarbi erwirkt.

(Foto: Roland Weihrauch/dpa)

Eigentlich sollte er längst frei sein. Doch der frühere Liebhaber von Susanne Klatten verschweigt, wo das Geld geblieben ist, das er sich von der Quandt-Erbin erschlichen hat. Einem Bericht zufolge muss Helg Sgarbi deswegen länger in Haft bleiben.

Die reichste Frau Deutschlands, Susanne Klatten, hat einen Haftbefehl gegen ihren früheren Liebhaber Helg Sgarbi erwirkt. Klatten verhinderte damit, dass der als Gigolo-Erpresser bekannt gewordene Schweizer zum Jahreswechsel aus der Haft entlassen wurde. Eigentlich sollte Sgarbi am 12. Dezember 2013 freikommen.

Wie der Spiegel berichtet, hatte Klatten zuvor per Gerichtsvollzieher eine Vermögensauskunft von Sgarbi verlangt, um damit in Erfahrung zu bringen, wo das Geld geblieben ist, das er sich von ihr und zwei anderen Frauen erschlichen hatte. Weil Sgarbi dazu nicht bereit war, erließ das Amtsgericht Landsberg am Lech auf Klattens Antrag Erzwingungshaft. Sollte Sgarbi weiter schweigen, muss er noch sechs Monate lang im Gefängnis bleiben. Zurzeit sitzt Sgarbi in der Haftanstalt Lörrach, von wo aus er eigentlich in die Schweiz abgeschoben werden sollte.

Susanne Klatten, Erbin der Industriellenfamilie Quandt, war 2007 bei intimen Treffen mit Helg Sgarbi in einem Münchner Hotel fotografiert und gefilmt worden, mit dem Material sollte die Milliardärin dann erpresst werden. Der Schweizer Gigolo, der bereits mehrere Frauen um Geld betrogen hatte, arbeitete mit einer italienischen Bande zusammen, die gezielt reiche Frauen erpresste.

Außer Klatten sollen die Kriminellen mehrere Frauen um insgesamt 9,5 Millionen Euro betrogen haben. Sgarbi war 2009 in München zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Er wurde des gewerbsmäßigen Betrugs und der versuchten gewerbsmäßigen Erpressung schuldig gesprochen. Klatten setzte vor Gericht durch, dass Sgarbi sieben Millionen Euro zurückzahlen muss, die er von ihr erschlichen hatte. Zum Verbleib des Geldes hatte sich Sgarbi im Prozess nicht geäußert.

© SZ vom 20.01.2014/anri
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