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Unwetter:Ruhe im Süden, Niederschläge ziehen nach Norden

Schutt, der sich meterhoch in den Gassen türmt. Autos, die im Schlamm versinken. Während Süddeutschland schon mit dem Aufräumen beginnt, ziehen die Unwetter weiter.

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Überschwemmungsunglück in Braunsbach

Quelle: dpa

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Heftige Unwetter haben in Süddeutschland schwere Schäden verursacht. Mit am schlimmsten betroffen ist der kleine Ort Braunsbach im Kreis Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg. Die reißenden Fluten strömten durch die 900-Einwohner-Gemeinde, rissen Autos mit und beschädigten mehrere Häuser. Verletzt wurde hier niemand. Von Anwohnern ins Netz gestellte Videoaufnahmen zeigen das Ausmaß der Zerstörung.

Unwetter in Süddeutschland - Braunsbach

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Nach starken Regenfällen waren dort zwei Bäche über die Ufer getreten. Die Wassermassen rauschten in der Nacht zum Montag durch die Straßen und rissen Autos, Mülltonnen und Schutt mit sich.

Überschwemmungsunglück in Braunsbach

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Am Morgen zeigt sich das Ausmaß der Unwetterschäden: Trümmer türmen sich meterhoch in den Straßen der 2500-Einwohner-Gemeinde.

Unwetter in Süddeutschland - Braunsbach

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Autos, die vom Schlammwasser mitgerissen wurden, stecken im Schutt fest.

Unwetter in Süddeutschland - Braunsbach

Quelle: Andreas Rosar/dpa

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Ein Bagger räumt eine teilweise eingestürzte Straße. "Ich habe so etwas noch nicht gesehen", sagt ein Feuerwehrmann bei einer Pressekonferenz am Montagmorgen.

Überschwemmungsunglück in Braunsbach

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Ein Haus im Ortsteil Steinkirchen ist komplett zerstört, viele sind schwer beschädigt. Etwa 150 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz hatten noch in der Nacht mehrere einsturzgefährdete Gebäude evakuiert.

Überschwemmung nach Unwetter

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Im nahen Schwäbisch Gmünd wurden durch die starken Regenfälle zahlreiche Straßen überschwemmt. Ein Feuerwehrmann kam dort bei einem Einsatz ums Leben. Auch die Person, die er retten wollte, ist tot. Beide wurden in einer Unterführung in einen Kanal gesogen.

Überschwemmung nach Unwetter

Quelle: Sven Friebe/dpa

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Zentimeterhoch bedeckt der Schlamm eine Straße in Schwäbisch Gmünd. Auch Autobahnen in Baden-Württemberg waren betroffen. Die Autobahn 7 im Kreis Heidenheim war wegen Hagels vier Stunden lang gesperrt. Die Autobahnmeisterei musste Schneepflüge einsetzen.

Die Schifffahrt auf dem Neckar ist wegen des "katastrophalen Hochwassers" der Nebenflüsse wohl bis Mittwoch eingestellt. Die drei größten Zuflüsse führten teilweise die drei- bis sechsfache Wassermenge, sagte ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamts in Stuttgart. Es herrschen hoher Wellengang und stellenweise gefährliche Strömungen an den Zuläufen.

Fahrbahnunterspülung bei Biberach

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In Schorndorf kam eine 13-Jährige ums Leben, die sich gemeinsam mit einem Zwölfjährigen unter einer Bahnbrücke vor dem Regen versteckt hatte. Das Mädchen sei zu nahe an die Gleise geraten und wurde von einem Zug erfasst, teilte die Polizei mit. Der Junge blieb körperlich unverletzt, muss aber psychologisch betreut werden.

Weitere Schwerpunkte der Unwetter waren und sind einem Sprecher des Stuttgarter Lagezentrums zufolge die östlichen Teile Baden-Württembergs - unter anderem der Kreis Biberach (zu sehen auf dem Bild). Entspannung ist in dieser Region zunächst nicht in Sicht. Ein Großaufgebot an Rettungskräften ist mobilisiert. "Hier ist alles im Einsatz, was laufen kann", sagte ein Polizeisprecher in Heilbronn. "Es sieht düster aus, wirklich schlimm."

Unwetter

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Ein ganz ähnliches Bild zeigte sich in Wellmich (Stadt Sankt Goarshausen) in Rheinland-Pfalz. Nahe der berühmten Loreley verwandelte sich dort der Wellmicher Bach zwischenzeitlich in einen reißenden Strom, der Ufer- und Straßenbefestigungen mit sich riss. Vorsorglich mussten fünf Anwohner ihre Häuser verlassen.

Betroffen war in Rheinland-Pfalz vor allem auch das Mittelrheintal und dort besondere das Gebiet um Kestert südlich von Koblenz. Auf der Bundesstraße 42 wurden dort vier Autofahrer von Wasser und Geröll überrascht und kurzzeitig eingeschlossen. Verletzt wurde niemand.

Unwetter in Süddeutschland

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In Bayern war vor allem die Region Ansbach betroffen. Hier wurden nach einem Gewittersturm auf der Frankenhöhe Straßen überflutet und Autos mitgerissen. Auch in Flachslanden nördlich von Ansbach wurden, wie auf dem Foto zu sehen, mehrere Autos von der über die Ufer getretenen Fränkischen Rezat mitgerissen. Mehrere Häuser sind einsturzgefährdet. Einsatzkräfte und Feuerwehr versuchen, die Gebäude zu sichern.

Viele Keller in der Region liefen voll, teilte ein Sprecher der Integrierten Rettungsleitstelle Ansbach mit. Menschen wurden nach vorläufigen Erkenntnissen nicht verletzt.

Unwetter in Süddeutschland

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Die Bahnstrecke zwischen Würzburg und Ansbach ist seit dem frühen Morgen gesperrt. Die Gleise seien vom Regen unterspült worden, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Wie lange es dauert, die Schäden zu beseitigen, war am Morgen noch nicht absehbar.

Während der nächtlichen Unwetter fielen gewaltige Regenmengen. Im bayerischen Hohenthann bei Landshut etwa gingen innerhalb einer Stunde 67 Liter pro Quadratmeter nieder, in Landshut 57 Liter und in der Region um Weilheim stellenweise 53 Liter. Das entspricht dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge grob den Mengen, die normalerweise binnen zwei Wochen gemessen werden.

Dachstuhlbrand nach Blitzeinschlag

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Am Montagvormittag erreichten die Gewitter Nordrhein-Westfalen. In Wuppertal brennt ein Dachstuhl, nachdem der Blitz eingeschlagen ist.

Unwetter in Süddeutschland - Braunsbach

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Der DWD warnt vor weiteren Unwettern im Lauf des Tages. Von der Warnung betroffen ist der ganze Norden Deutschlands. So extrem wie am Sonntag in Süddeutschland (im Bild zu sehen sind angeschwemmte Bäume in Braunsbach in Baden -Württemberg) werde es aber wohl nicht.

Am ehesten seien schwere Unwetter in Richtung Emsland bis hin zur Oder-Neiße-Linie und in Richtung Erzgebirge zu erwarten, sagt Meteorologe Martin Jonas vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Dort habe der DWD entsprechende Unwetterwarnungen herausgegeben.

Im Kreis Olpe seien Niederschlagsmengen zwischen 30 und 40 Litern pro Quadratmeter möglich, hieß es vom DWD. Die Meteorologen warnten vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis Windstärke 8 und Hagel. "Schließen Sie alle Fenster und Türen", empfahl der Wetterdienst. "Sichern Sie Gegenstände im Freien. Vermeiden Sie möglichst den Aufenthalt im Freien!"

Unwetter in Süddeutschland - Schwäbisch Gmünd

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Im Süden sei nicht ausgeschlossen, dass es am Montag zu weiteren, kräftigen Gewittern kommt. "Großflächliche Unwetter, so wie gestern, erwarten wir aber nicht mehr", sagt Jonas vom DWD. Am Dienstag wird es zunächst ruhiger. Vom Südwesten bis ins Münsterland soll es sogar ganz trocken bleiben. Im Norden Bayerns und südlich der Donau seien weiter Schauer und Gewitter möglich, so Jonas.

Bereits für Mittwoch und Donnerstag rechnen die Wetterexperten dann mit neuen Schauern und Gewittern. Mindestens bis Freitag muss dem Wetterdienst zufolge bundesweit noch mit starken Regenfällen und teilweise auch Gewittern gerechnet werden.

© SZ.de/ewid/feko/cat

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