Umstrittene Kinder- und Jugendeinrichtungen:Brandenburg schließt Haasenburg-Heime

Haasenburg-Heime werden geschlossen

Archivaufname vom Kinder- und Jugenheim "Haus Babenberg" im brandenburgischen Jessern

(Foto: Patrick Pleul/dpa)

Die brandenburgische Landesregierung geht hart gegen die umstrittenen Haasenburg-Heime vor: Die sozialdemokratische Jugendministerin kündigte an, die wegen Misshandlungsvorwürfen in die Kritik geratenen Kinder- und Jugendheime zu schließen. Ein Untersuchungsbericht hatte schwere Missstände festgestellt.

Nach Misshandlungsvorwürfen werden die umstrittenen Kinder- und Jugendheime der Haasenburg GmbH in Brandenburg geschlossen. Das teilte die brandenburgische Bildungs- und Jugendministerin Martina Münch auf einer Pressekonferenz mit. Grundlage für die Entscheidung ist der Bericht einer Untersuchungskommission, die die Ministerin eingesetzt hatte.

Die Experten haben schwere Missstände in den Heimen und erheblichen Reformbedarf in nahezu allen Bereichen festgestellt. "Ich halte die Einrichtungen der Haasenburg GmbH deshalb für nicht reformierbar", sagte Münch.

Experten aus Jugendhilfe, Justiz, Psychiatrie und Sozialpädagogik hatten in einem Zeitraum von vier Monaten frühere oder derzeitige Heimbewohner sowie Mitarbeiter befragt und interne Protokolle des Landesjugendamtes und des Betreibers ausgewertet. Die Kommission hatte der Regierung als Ergebnis einen Betreiberwechsel für die umstrittenen Einrichtungen empfohlen.

In den Heimen der Haasenburg GmbH sollen Kinder und Jugendliche gedemütigt und misshandelt worden sein. Die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt gegen Erzieher und Betreiber. Die Haasenburg GmbH weist die Vorwürfe zurück.

Jugendministerin Münch war in dem Fall zuletzt in die Kritik geraten. Die Opposition von Grünen und FDP im Landtag fühlt sich hingehalten, weil die Untersuchung zu Misshandlungsvorwürfen dem Jugendausschuss des Landtags noch nicht vorlag, als bereits Ergebnisse des Berichts in der Presse veröffentlicht wurden.

Münch hat als Konsequenz aus den Misshandlungsvorwürfen nun auch eine Überprüfung des für die Überwachung der Heime zuständigen Landesjugendamtes angekündigt. "Die deutlichen Hinweise der Kommission zu den Versäumnissen in der Heimaufsicht machen klar, dass eine detaillierte Untersuchung der Vorwürfe notwendig ist", sagte die Ministerin.

© Süddeutsche.de/dpa/pauk/feko
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