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Suche nach MH370:Angehörige wollen mit Geld Whistleblower locken

Manche haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben: Angehörige eines Passagiers des verschollenen Flugs MH370.

(Foto: AFP)

"Wir sind überzeugt, dass irgendwo irgendjemand etwas weiß": Drei Monate nach dem Verschwinden des Flugs MH370 starten Angehörige der Passagiere eine Geldsammelaktion, um die Suche neu zu beleben. Ihr Ziel: fünf Millionen Dollar.

Genau drei Monate sind vergangen, seit Flug MH370 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verwand. Für die Freunde und Verwandten der 239 verschollenen Passagiere waren es Wochen und Monate der Verzweiflung, aufwändige Suchaktionen führten zu nichts, und noch immer fehlt jede Spur des Flugzeugs. Nun will ein Teil der Angehörigen mit einer Crowdfunding-Aktion Geld sammeln, um weitere Untersuchungen zu ermöglichen und potenzielle Tippgeber zu belohnen.

Fünf Familien gaben das Vorhaben bekannt. Sie hoffen, mit der Aktion "Reward MH370" fünf Millionen Dollar, also etwa 3,7 Millionen Euro, für die Suche nach der verschwundenen Malaysia-Airlines-Maschine zusammenzubekommen. Nach wie vor sind die Umstände des Verschwindens und der Verbleib der Passagiere ein Rätsel. Mit der Online-Sammelaktion sollen nun "Whistleblower", also Leute, die möglicherweise etwas wissen könnten, zu Tipps und Hilfe motiviert werden.

"Wir sind überzeugt, dass irgendwo irgendjemand etwas weiß, und wir hoffen, dass diese Belohnung ihn anstachelt und er aus dem Schatten tritt", sagte der Chef des Projekts, Ethan Hunt, laut der englischen Zeitung The Guardian und CNN. "Indem wir uns das immense Potential der Menge zunutze machen, glauben wir, unser Hauptziel erreichen zu können, wo andere Methoden gescheitert sind: das Flugzeug wiederzufinden."

Eine weltweit operierende Detektei werde glaubwürdigen Hinweisen nachgehen und mit den Behörden zusammenarbeiten, um das Flugzeug wiederzufinden, sagte Hunt. Malaysia und Australien, das bei der bisherigen Suchaktion federführend war, hätten ebenfalls ihre weitere Kooperation zugesagt.

Sarah Bajc, die Freundin eines amerikanischen Passagiers, sagte laut Guardian, dass eine Handvoll Familien die Kampagne antreiben, um das Verschwinden des Flugzeugs "aus einem neuen Blickwinkel" zu betrachten. "Regierungen und Behörden haben ihr Bestes gegeben, doch sie haben bislang nicht ein einziges Beweisstück vorlegen können - entweder aufgrund eines fehlerhaften Ansatzes oder wegen der bewussten Irreführung einer oder mehrerer Personen", sagte Bajc.

Die Sammelaktion soll über das Online-Portal Indiegogo laufen.

© Süddeutsche.de/dpa/fued/sekr

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