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Schießerei in Washington:FBI identifiziert Schützen als ehemaligen Marine-Reservisten

Auf einem Stützpunkt der US Navy in Washington sind bei einer Schießerei mehrere Menschen getötet worden. Die Polizei hat einen Schützen identifiziert, es soll sich um einen Einzeltäter handeln. Obama spricht von einem "feigen Akt".

Bei einer Schießerei im Navy Yard in der Hauptstadt Washington sind mindestens 13 Menschen getötet worden. Vermutlich ein Dutzend Menschen seien verletzt worden, sagte Washingtons Bürgermeister Vincent Gray. Das Motiv für die Tat sei unklar, für einen terroristischen Hintergrund gebe es derzeit aber keine Anzeichen.

Die Bundespolizei FBI identifizierte den mutmaßlichen Schützen, der bei der Schießerei auch selbst getötet wurde, als einen ehemaligen Marinereservisten namens Aaron Alexis. Der 34-jährige Afroamerikaner diente von 2007 bis 2011 in der Marine und der Reserve. Zuletzt war er als externer IT-Mitarbeiter für das Militär tätig: Angestellt war Alexis bei einer Firma, die im Auftrag des Computerkonzerns Hewlett-Packard bei der Navy und im Marine Corps die PC-Ausstattung erneuerte.

"Wir versuchen, alles über seine jüngsten Bewegungen, seine Kontakte und sein Umfeld zu lernen", sagte die stellvertretende Leiterin des FBI-Büros in Washington, Valerie Parlave. Bei der Polizei ist Alexis wegen Vorfällen mit Schusswaffen aktenkundig. Aus US-Verteidigungskreisen hieß es, dass der Ex-Marinereservist während seiner Dienstzeit durch Fehlverhalten aufgefallen sei. Details waren zunächst nicht bekannt.

Die Bundespolizei FBI veröffentlichte Fotos des Mannes auf ihrer Internetseite und bat die Bevölkerung um Informationen zu seiner Person. Demnach wurde Alexis in New York geboren, lebte aber zuletzt in Fort Worth in Texas.

Das FBI veröffentlichte diese Fotos des mutmaßlichen Schützen Aaron Alexis, der auf dem Washington Navy Yard mehrere Menschen erschoss.

(Foto: AFP)

US-Medien zufolge war er mit einem Sturmgewehr vom Typ AR-15, einer Shotgun und einer halbautomatischen Pistole bewaffnet. Wie er damit auf den gesicherten Stützpunkt gelangen konnte, war unklar. Möglicherweise hatte er aber als externer Mitarbeiter Zugang.

Heavily armed policemen walk from the Washington Navy Yard after a shooting in Washington

Ein schwer bewaffnetes Polizeiaufgebot sichert den Bereich vor der Zufahrt zum Stützpunkt der Navy im Süden der Hauptstadt am Anacostia River

(Foto: REUTERS)

In einem Bürogebäude des Navy Yard schoss Alexis offenbar wahllos auf Menschen und lieferte sich dann ein Feuergefecht mit Sicherheitskräften, bis diese ihn töteten. Aktive Marinesoldaten waren nach Angaben von Polizeichefin Cathy Lanier nicht unter den Opfern. Getötet wurden Zivilangestellte und private Auftragnehmer.

Während die Ermittler bis zum Abend nicht ausschließen wollten, dass ein zweiter Mann in die Tat verwickelt sein könnte, relativierten sie ihre Aussagen jetzt: "Wir haben keinen Beweis, nicht einmal einen Hinweis darauf, dass es einen zweiten Schützen gegeben haben könnte", sagte Washingtons Bürgermeister Vincent Gray. Auch Lanier zeigte sich zuversichtlich, dass man die "einzige verantwortliche Person" dingfest gemacht habe.

In dem betroffenen Komplex arbeiten nach Angaben der Navy etwa 3000 Menschen. Die gesamte Gegend, in der es auch viele Wohnhäuser, Geschäfte und ein Baseballstadion gibt, wurde abgesperrt, mittlerweile dürfen die Anwohner ihre Häuser wieder verlassen. Mehrere umliegende Schulen wurden von der Polizei unter besonderen Schutz genommen. Der Senat sagte seine Nachmittagssitzungen ab. Auch ein Profi-Baseballspiel im benachbarten Stadion wurde verschoben. Der nahegelegene Ronald Reagan National Airport setzte den Flugverkehr aus.

Ein Hubschrauber kreiste über dem betroffenen Gelände. Für das Kongressgebäude in der Nähe galt laut Washington Post eine erhöhte Sicherheitsstufe. US-Präsident Barack Obama sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. "Wir werden erneut mit einer Massenschießerei konfrontiert", sagte Obama. Es werde alles dafür getan, dass dieser "feige Akt" aufgeklärt wird.

© Süddeutsche.de/dpa/AFP/schä/olkl/pje/jst
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