Riesiger Rauschgiftfund in Berlin und Brandenburg 140 Kilo Kokain in Bananenkisten versteckt

Mitarbeiter von Aldi-Filialen in Berlin und Brandenburg haben mehr als 140 Kilogramm Kokain in Obstkisten gefunden. Selbst die Ermittler vom Landeskriminalamt sind verblüfft.

Da waren sogar erfahrene Drogenfahnder verblüfft: In fünf Berliner und einer Brandenburger Aldi-Filiale haben Mitarbeiter insgesamt etwa 140 Kilo Kokain mit einem Schwarzmarktwert von sechs Millionen Euro entdeckt. LKA-Beamte sprachen während einer eilig einberufenen Pressekonferenz in Berlin vom zweitgrößten Kokainfund in der Hauptstadt seit Gründung der speziellen Ermittlungsgruppe Rauschgift von Zoll und Polizei im Jahr 1978. Bislang gibt es keine Hinweise auf die Hintermänner.

Nach Berlin kam das Rauschgift in Bananenkisten, die zu einer Großlieferung von 1150 Kisten gehörten. Aldi-Mitarbeiter fanden die Drogen, als sie die Lieferung, die von einem kolumbianischen Frachtschiff stammt, entpackten und für den Verkauf aufbereiteten. Statt Obst enthielten die Kisten jede Menge grüne Päckchen - und vereinzelt ein paar Alibi-Bananen. Nach B.Z.-Informationen wurden in zwei Köpenicker Filialen 60 Kilo und 40 Kilo gefunden. In welchen weiteren Filialen Drogen gefunden wurden, ist nicht bekannt.

Ermittler des Landeskriminalamtes berichteten auf einer Pressekonferenz in Berlin, dass die Bananenkisten von einem Frachtschiff aus dem Hamburger Hafen an die jeweiligen Supermärkte verteilt worden seien. Die Drogen, so vermuten die Ermittler bisher, seien schlichtweg nicht rechtzeitig von dem Schiff abgeholt worden und so zufällig in die Supermärkte in Berlin gelangt. Es handele sich um einen "absoluten Zufallsfund", sagte der Dezernatsleiter des Landeskriminalamts, Olaf Schremm. "Wir gehen von einem logistischen Fehler der Täter aus." Das Rauschgift sei definitiv nicht für die Hauptstadt bestimmt gewesen. Nach Aussagen von Experten handelt es sich um gestrecktes Kokain.

Die Route von Südamerika zum Hamburger Hafen gilt als gängige Schmuggelroute. Das Landgericht Hamburg verhandelt derzeit gegen einen Mann, der 2010 mehr als 500 Kilo Kokain im Wert von etwa 40 Millionen Euro in einem Container mit billigen Holzbriketts von Paraguay nach Deutschland geschmuggelt haben soll.