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Rekord-Versuch vor Kuba:61-Jährige scheitert nach 29 Stunden

Ohne Haikäfig von Kuba nach Florida: Die amerikanische Schwimmerin Diana Nyad liebt auch mit 61 Jahren die sportliche Herausforderung. Doch der Rekordversuch, mit dem sie ältere Menschen inspirieren wollte, ging schief.

Auf halber Strecke hat die Amerikanerin Diana Nyad ihren Rekordversuch abgebrochen, ohne Haikäfig von Kuba bis zu den Florida Keys zu schwimmen. Die 61-Jährige sei nach 29 Stunden im Wasser in ein Boot geholt worden, hieß es über ihren Twitter-Account.

Diana Nyad

Die 61-Jährige US-Schwimmerin Diana Nyad brach ihren Rekordversuch ohne Haikäfig von Kuba nach Florida zu schwimmen ab.

(Foto: AP)

"Es ist vorbei", schrieb Elaine Lafferty, die mit Nyad im Boot gesessen haben soll. Die Marathonschwimmerin habe selbst entschieden, den Versuch zu beenden, wurde über Twitter verbreitet. In einer Online-Aufzeichnung ihrer Strecke war zu sehen, dass sie an den östlichen Rand ihres geplanten Kurses gedrängt wurde.

Nyad startete ihren Rekordversuch am Sonntagabend in Havanna und wollte etwa 60 Stunden und 166 Kilometer später die US-Küste erreichen. Begleitet wurde sie von Kajaks und mehreren Booten. An Bord waren Navigatoren, Ernährungswissenschaftler, Ärzte, Haiexperten und ein Kamerateam, das ihre Geschichte dokumentierte. Zum Schutz vor Haien wurde Nyad mit elektrischen Wellen umgeben, die Menschen nicht wahrnehmen können.

1997 hatte die Australierin Susie Maroney im Alter von 22 Jahren als erster Mensch die Floridastraße zwischen Kuba und den USA durchschwommen - sie hatte einen stählernen Haikäfig benutzt.

Nyad hatte bereits 1978 versucht, die Strecke zu schwimmen - ebenfalls durch einen stählernen Haikäfig geschützt. Damals musste sie nach 42 Stunden wegen starker Strömungen aufgeben. Im folgenden Jahr stellte sie einen Rekord für das Schwimmen im offenen Meer ohne Haikäfig auf, als sie 165 Kilometer von dem Bahamas nach Florida schwamm. Danach hatte sie sich vom Marathon-Schwimmen zurückgezogen.

Mit ihrer Aktion wollte Nyad nach eigenen Angaben besonders ältere Menschen inspirieren. Zugleich verfolgte sie auch ein politisches Ziel, wie sie vor dem Start einigen Journalisten erklärte: "Ich möchte, dass diese drei Tage den beiden Ländern dabei helfen, näher zusammenzurücken."

© sueddeutsche.de/dapd/maza/grc
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