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Prügelattacke am Alexanderplatz:Hauptverdächtiger will sich der Polizei stellen

Mehrere Personen traten so heftig und brutal auf Jonny K. ein, dass er seinen schweren Verletzungen erlag. Jetzt hat sich der mutmaßliche Hauptverdächtige zu Wort gemeldet, der in die Türkei floh: "Ich würde nie einen treten, der am Boden liegt."

Die tödliche Prügelattacke auf den 20-Jährigen Jonny K. am Berliner Alexanderplatz hat über die Hauptstadt hinaus für Entsetzen gesorgt. In der vergangenen Woche nahm die Polizei einen Tatverdächtigen fest, zwei weitere mutmaßliche Täter stellten sich den Ermittlern - wurden jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt.

Der Hauptverdächtige Onur U. floh in die Türkei. Er hat jetzt angekündigt, sich in den kommenden Tagen den deutschen Behörden stellen zu wollen.

"Ich bin nicht geflohen. Mein Vater hatte hier einen Termin wegen eines Grundstücks. Ich wollte ihn nicht allein fahren lassen. Ich komme nächste Woche nach Deutschland zurück, werde mich meiner Verantwortung stellen", sagte der Beschuldigte der Bild-Zeitung. Der Amateurboxer gab zu, an der Prügelei beteiligt gewesen zu sein. Er habe jedoch nicht Jonny K., sondern einen anderen Jugendlichen mit Fäusten geschlagen.

"Von dem, der am Boden lag, habe ich nichts mitbekommen. Ich würde nie einen treten, der am Boden liegt. Das ist eine Frage der Ehre für mich", sagte er der Bild. Doch die anderen Tatverdächtigen belasten Onur U. schwer. "Die haben sich doch abgesprochen, die wollen mir die Schuld geben, um von sich abzulenken", sagte er weiter.

© Süddeutsche.de/dapd/jst/ohol
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