Prominente HochzeitenBitte draußen bleiben

Für ihre Hochzeit wünscht sich Model Bar Refaeli ein Flugverbot. Kollegin Kate Moss reichte eine Dorfräumung. Wenn Prominente heiraten, brauchen sie eben ziemlich viel Platz.

Hubschrauber und Drohnen bei Bar Refaeli

Früher hat es ja gereicht, wenn der Himmel für die Liebenden voller Geigen hing. Doch heute gehören, zumindest bei einer Promi-Hochzeit, wohl auch noch ein paar Hubschrauber dazu für den eiligen Transport, Drohnen für private Foto- und Filmaufnahmen sowie zur Sicherheit noch ein Heißluftballon. All das sollte den romantischen Rahmen bilden für den großen Tag am Donnerstag, wenn das israelische Model Bar Refaeli, 30, im Carmel-Gebirge nahe Haifa mit dem Geschäfts- und Landsmann Adi Ezra, 40, den Bund der Ehe eingehen will. Doch noch bevor der Rabbiner seinen Segen sprechen kann, ist ein Luftkampf entbrannt über Israels Hochzeit des Jahres. Der Streit entzündete sich an einem Flugverbot über dem Festgelände, mit dem Israels freundliche Luftfahrtbehörde offenbar die Privatsphäre des Paares bis zur Stratosphäre ausdehnen wollte. Vielleicht ist ja der Himmel über Haifa mit all dem vom Brautpaar georderten Gerät tatsächlich so voll, dass nicht auch noch die fliegenden Paparazzi Platz finden können. Doch nach öffentlichen Protesten wegen vermeintlicher Vorzugsbehandlung musste sich der Verkehrsminister persönlich einschalten. "Der Himmel gehört allen Bürgern Israels", erklärte Israel Katz - und hob das Flugverbot flugs wieder auf. Nun schweigt die Schöne und schmollt gewiss, und selbst wenn sie sich dann wieder zu Wort meldet am Donnerstag mit einem "Ja, ich will", droht das womöglich im Geknatter von gecharterten Fotografen-Fliegern unterzugehen. Schlimmstenfalls könnte das dem Model die Lust am Heiraten vermiesen, schließlich hatte Refaelis erste Trauung auch schon unter keinem guten Stern gestanden. Damals war sie 18 und hatte für eine Blitzehe einen reiferen Freund der Familie geheiratet, was ihr den für unverheiratete Frauen obligatorischen Wehrdienst ersparte. Das haben ihr nicht wenige übel genommen in Israel. Auch an ihrem langjährigen Begleiter Leonardo DiCaprio gab es vereinzelt Kritik. Sie solle lieber einen "netten jüdischen Jungen heiraten", riet ein rechtslastiger Politiker. Nun also wollte sie alles richtig machen - und wieder gibt es Ärger. Trotzdem: "Mazal tov", Glückwunsch. Von Peter Münch

Bild: Sebastien Nogier/dpa 22. September 2015, 14:202015-09-22 14:20:48 © SZ vom 22. September 2015/ewid