Philippinen:Viele Menschen sterben bei schwerem Erdbeben

Kurz nach dem Aufstehen zitterte plötzlich die Erde, viele Häuser stürzten ein. Ein Erdbeben der Stärke 7,2 hat am Dienstagmorgen die Philippinen erschüttert, mehr als 140 Menschen starben. Das Epizentrum lag auf der beliebten Touristeninsel Bohol.

Die Erde bebte am Dienstag inmitten der Morgenroutine um 8.12 Uhr Ortszeit. Tausende Menschen rannten auf die Straßen: Ein schweres Erdbeben hat die Philippinen erschüttert. Die Zahl der Toten ist inzwischen auf 144 gestiegen. Mindestens 23 Menschen werden noch vermisst, wie der Katastrophenschutz mitteilte. Etwa 300 Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt.

Das Beben habe mehrere Gebäude zum Einstürzen gebracht, sagte ein Sprecher der Behörde für Katastrophenschutz in der Region. Es hatte eine Stärke von 7,2 und ereignete sich 630 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Manila auf der Inselgruppe der Visayas. 2,8 Millionen Menschen seien von dem Erdbeben betroffen, fast 13.000 verbrachten die Nacht in Notunterkünften, bei Bekannten oder unter freiem Himmel. Viele Straßen sind nicht passierbar, der Strom funktioniert in vielen Orten noch nicht.

Die Region ist bei Touristen sehr beliebt. Die Flughäfen von Cebu und Tagbilaran City seien beschädigt worden, ebenso der Hafen von Tagbilaran City, berichtete Transportminister Joseph Emilio Abaya.

"Wir sind fast aus dem Bett gefallen"

"Es war heftig", berichtet die 63-jährige Auswanderin Brigitte Lux. "Ein Riesenschock. Wir sind fast aus dem Bett gefallen." Die Deutsche lebt seit 2006 auf der kleinen Insel Panglao etwa 50 Kilometer südwestlich des Epizentrums. In der Region sei der Strom ausgefallen. Bekannte hätten von einer beschädigten Kirche am Strand berichtet. Nach den Berichten der Lokalmedien rannten Tausende Menschen im weiten Umkreis in Panik auf die Straßen.

Das Epizentrum lag auf der Insel Bohol zwischen den Ortschaften Balilihan und Carmen Town. In der Region leben mehr als 60.000 Menschen. Die Seismologen der US-Geologiebehörde USGS registrierten das Beben in 56 Kilometern unter der Erdoberfläche. Bei solchen Tiefen halten sich die Schäden normalerweise in Grenzen. Nach Angaben des philippinischen Vulkaninstituts war die Erschütterung aber noch im Umkreis von Hunderten Kilometern zu spüren.

Die Stadt Cebu City mit etwa 900.000 Einwohnern liegt auf einer Nachbarinsel knapp 60 Kilometer entfernt. Auch dort soll es nach Angaben des Katastrophenschutzes einige Opfer gegeben haben.

Die Philippinen bestehen aus mehr als 7000 Inseln. In der Region reiben drei verschiedene Erdplatten aneinander. So kommt es häufig zu Erdbeben. Die folgenschwersten der jüngeren Zeit waren 1976 das Beben der Stärke 7,6 im Golf von Moro im Süden des Landes. Dabei kamen 7000 Menschen um. Ein gleichstarkes Beben 1990 in Luzon im Norden forderte 2400 Menschenleben.

© dpa/reuters/dgr/liv/leja/kjan/sks
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB