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Philippinen:Foto von obdachlosem Jungen rührt Menschen weltweit

So macht Daniel seine Hausaufgaben: Auf der Straße sitzend, die Schaufenster als einzige Lichtquelle.

(Foto: AFP)

Der neunjährige Daniel macht abends seine Hausaufgaben auf der Straße. Das Bild rührt eine Studentin so sehr, dass sie es auf Facebook öffentlich macht. Was dann passiert, ändert das Leben der Familie grundlegend.

Ein Foto eines in extremer Armut lebenden neunjährigen Jungen von der philippinischen Insel Cebu hat im Netz eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. "Wir sind überwältigt", sagte die Mutter von Daniel Cabrera. Sie wisse noch gar nicht, wie sie die zahlreichen Sachspenden für ihren Sohn organisieren solle, glaube aber, dass er seine Schulzeit nun ohne materielle Sorgen werde verbringen können, so Christina Espinosa.

Das Foto, das die Internet-Gemeinde bewegt und das auch von lokalen Fernsehsendern aufgegriffen wurde, zeigt den kleinen Daniel, wie er in der Straße seiner Heimatstadt Mandaue vor einem Hocker kniet, um im Licht von Schaufenstern seine Hausaufgaben zu erledigen. "Ich wurde von einem Kind inspiriert", war die Nachricht, mit dem die Studentin Joyce Torrefranca ihr Foto im Juni über Facebook in die Internet-Welt schickte.

Seitdem gibt es immer neue Hilfsangebote für Daniel.

Sind obdachlos: Daniel Cabrera und seine Mutter Christina Espinosa.

(Foto: AFP)

"Er ist ein sehr entschlossener und lernwilliger Junge", sagte Espinosa über ihren Sohn. "Er besteht darauf zur Schule zu gehen, auch wenn er kein Geld zum Essen hat, denn ich kann ihm keins geben." Daniel habe immer wieder gesagt: "Mama, ich will nicht arm bleiben, ich möchte meine Träume verwirklichen."

In einem Radiointerview sagt der Neunjährige, dass er Polizist werden möchte.

Die 42-jährige Espinosa ist in einem Lebensmittelladen angestellt. Seit vor fünf Jahren ihre Hütte niederbrannte, übernachtet sie mit dem Jungen in dem Lebensmittelgeschäft. Sie verdient umgerechnet 1,50 Euro am Tag und versucht, durch den Verkauf von Zigaretten und Süßigkeiten ihren Verdienst aufzubessern. Daniels Vater starb 2013.

© SZ.de/AFP/jana
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