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Pete Doherty:Sex, Drugs and KFC Uerdingen

Pete Doherty hat nicht nur eine Leidenschaft für Rock'n'Roll, sondern auch für deutschen Fußball. Warum sein Herz ausgerechnet für einen Fünftligisten schlägt.

Was ist passiert?

Gut, die großen Zeiten des KFC Uerdingen sind schon eine Weile vorbei. In den achtziger und neunziger Jahren spielte der Krefelder Verein in der Bundesliga, gewann 1985 sogar den DFB-Pokal, inzwischen ist er allerdings in die 5. Liga abgerutscht. Einer hat die großen Zeiten des KFC allerdings nicht vergessen - und deshalb hat der Verein nun prominenten Zuwachs bekommen. Allerdings nicht auf dem Spielfeld, sondern eher dessen Rand: Pete Doherty, britischer Rockmusiker, ist seit Dienstag offiziell Mitglied des Oberligisten.

Wie bitte?

Bislang war Doherty eher bekannt für seine Songwriterqualitäten, Guerilla-Gigs, Drogenexzesse und ziemlich schräge Auftritte. Dass er ein heimlicher KFC-Fan ist, dürften nur die wenigsten gewusst haben. Der Verein schreibt auf seiner Homepage, der Musiker sei einige Jahre in Krefeld aufgewachsen, wo sein Vater als Offizier beim britischen Militär stationiert war. Zu Uerdinger Bundesliga-Zeiten kam Doherty demnach regelmäßig als Zuschauer in die Grotenburg-Arena und noch heute - so heißt es zumindest auf der Seite des KFC - "schlägt das Herz des Queens Park Rangers-Fans auch für die Blau-Roten".

Den Beweis liefert der Verein gleich mit: Schon im Vorjahr habe der mit Doherty befreundete deutsche Künstler Gerrit Starczewski dem Briten mit Hang zur Exzentrik ein Trikot mitgebracht und sogar einen Auftritt des Uerdinger Maskottchens "Grotifant" - ein Elefant - beim Konzert seiner Band "The Libertines" in Düsseldorf vermittelt.

Eben jener Starczewski überreichte dem Musiker jetzt am Rande eines Konzerts in Berlin auch einen überdimensionalen Mitgliedsausweis und das aktuelle Trikot. Selbst in Krefeld war der Brite dagegen seither noch nicht. Man würde sich freuen, heißt es auf der KFC-Seite, sein neues prominentes Mitglied demnächst auch einmal wieder in der Grotenburg begrüßen zu dürfen.

Was lernen wir daraus?

Bei Spielen des KFC lohnt sich demnächst nicht mehr nur der Blick aufs Spielfeld, sondern möglicherweise auch an den Spielfeldrand. Vielleicht kommt er ja doch einmal? Und möglicherweise bringt das neue Mitglied ja Glück: Die Biografie von Verein und Musiker weisen zumindest gewisse Parallelen auf. Auch die großen Zeiten von Doherty und seinen Libertines sind eine Weile her. Doch jetzt wagt die Band mit neuem Album ein Comeback. Ein Vorbild für den KFC Uerdingen?

© SZ.de/afis/olkl
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