Ostukraine:Mindestens 32 Tote nach Explosion in Bergwerk

Ostukraine: Sie bergen die toten Kollegen: Arbeiter der Sassjadko-Mine nach der Explosion.

Sie bergen die toten Kollegen: Arbeiter der Sassjadko-Mine nach der Explosion.

(Foto: AP)
  • In einem Bergwerk in der Ostukraine ist es zu einer schweren Explosion gekommen. Mindestens 32 Arbeiter kommen ums Leben.
  • Dutzende weitere Arbeiter sind vermisst.
  • Die Schachtanlage liegt im von prorussischen Separatisten kontrollierten Kriegsgebiet Donezk. Die Regierung in Kiew wirft ihnen vor, keine pro-ukrainischen Helfer zuzulassen.

Mehr als 30 Tote geborgen

Bei einer schweren Explosion in einem Kohlebergwerk in der Ostukraine sind mindestens 32 Arbeiter getötet worden. Weitere Menschen seien in der Kohlemine Sassjadko bei Donezk eingeschlossen, teilten die örtlichen Behörden mit. Ein weiterer Arbeiter werde noch vermisst, sagte der Chef der Unabhängigen Gewerkschaft der Bergarbeiter, Michail Wolynez. Er hatte zuvor bereits den Tod der Vermissten befürchtet.

Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich mehr als 200 Bergarbeiter in den Stollen. Die meisten von ihnen konnten sich retten, mindestens 16 wurden verletzt. Die Verwaltung der Kohlegrube bestätigte der Deutschen Presse-Agentur das Unglück. Zuvor hatte eine Mitteilung von Parlamentspräsident Wladimir Groisman in Kiew bereits von mindestens 32 Toten gesprochen. Die regierungstreue Gebietsverwaltung hatte zuvor von 33 Toten berichtet.

Kohlegrube liegt im Kriegsgebiet

Die Kohlegrube liegt in den von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebieten in der Ostukraine. Die prowestliche Führung in Kiew hat daher keinen Zugriff auf das Bergwerk Sassjadko. Die Informationslage vor Ort ist wegen des Krieges zwischen Regierungstruppen und den Aufständischen schwierig. Das Unglück steht nach offiziellen Angaben nicht im Zusammenhang mit den Kämpfen zwischen prorussischen Separatisten und der ukrainischen Armee in der Region.

Präsident Petro Poroschenko in Kiew forderte die Aufständischen über den Kurznachrichtendienst Twitter auf, ukrainische Rettungskräfte zum Unglücksort durchzulassen. Regierungschef Arseni Jazenjuk sagte, 60 Helfer seien an der Frontlinie zum Separatistengebiet abgewiesen worden. Die Aufständischen behaupteten hingegen, Kiew habe keine Hilfe angeboten. Stattdessen berichteten sie, Russland habe Hilfe zugesagt.

In der Vergangenheit gab es in den unsicheren Bergwerken der Ostukraine immer wieder schwere Explosionen mit vielen Toten. Da in großen Tiefen Kohle abgebaut wird, bildet sich dort oft Grubengas, das hochexplosiv ist.

In der Schachtanlage Sassjadko hatte es bereits 2009 ein schweres Unglück mit mehr als 100 Toten gegeben. Im Mai 2010 starben erneut fünf Menschen. Damals hatte sich eine hochexplosive Mischung aus Methangas entzündet. Die Mine zählt zu den größten und gefährlichsten in der Ukraine.

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