Ötzi Der Fluch des "Frozen Fritz"

Und dann gab es da noch den Alpinisten, der das Forscherteam einst an die Fundstelle geführt hatte - nur zwei Jahre darauf kam er am Berg ums Leben. Ein österreichischer Journalist zuletzt, der Aufnahmen von der Bergung der Mumie machte, starb mit Mitte 40 an einem Hirntumor.

Trotz solcher Geschichten gibt es weiter Menschen, die engen Kontakt zu Ötzi suchen. Die Mitarbeiter des Archäologischen Museums Bozen etwa, in dem der Heruntergekühlte liegt. "Wenn der unmittelbare Kontakt zur Mumie eine Rolle spielt, so müsste ich das nächste Opfer sein", erklärte kürzlich Ötzis Konservator Eduard Egarter Vigl im Scherz.

Mal auf Ötzi gespuckt

Eine bislang völlig unbekannte Frau aus Zürich behauptete gerade, sie sei die wahre Entdeckerin des Eismannes. Ihre These untermauerte sie mit der Feststellung, sie habe 1991 mal auf Ötzi gespuckt. Ihre DNS befinde sich also auf "Frozen Fritz", wie Ötzi im Ausland oft genannt wird.

Außer der Zürcherin beharrt auch eine Slowenin auf dem Titel "Ötzi-Entdeckerin". Bei Dreharbeiten für einen Werbespot sei sie - ebenfalls 1991 - auf Ötzi gestoßen. Vor einem Fluch scheinen sich diese Frauen eher nicht zu fürchten.

Herzprobleme

"Das Bozener Oberlandesgericht stellte vor einem Monat fest, dass allein Helmut und Erika Simon als Ötzi-Finder in Frage kommen", sagt Georg Rudolph, Anwalt von Erika Simon in Nürnberg. "Es wäre schön, wenn die Sache mit dem Finderlohn endlich mal abgeschlossen wird. Ich bin 65 und habe ziemliche Herzprobleme. Schreiben Sie ruhig, dass wahrscheinlich ich das nächste Ötzi-Opfer sein werde."

Nach Rudolphs Meinung wäre es nur redlich, wenn das reiche - an Ötzi gut verdienende - Land Südtirol der Hausmeisterswitwe endlich Finderlohn bezahlen würde. Die heute zurückgezogen lebende Erika Simon kann das Geld gut gebrauchen: Eine Sprecherin der Salzburger Bergrettung sagt, man habe ihr die kostspielige Suche nach dem Ehemann in Rechnung gestellt.

Manuskript noch nicht aufgetaucht

Tom Loy, der australische Forscher, soll mit seinem Ötzi-Buch übrigens fast fertig gewesen sein. Das Manuskript, so schreibt The Australian, sei seit Loys Ableben noch nicht aufgetaucht. Ob auch das etwas mit dem "Fluch des Ötzi" zu tun hat? Nein. Denn einen Fluch des Ötzi, den gibt es natürlich gar nicht.