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Neßsand bei Hamburg:Schleppschiff sinkt auf der Elbe

Ein Schlepper stößt auf der Elbe nahe der Insel Neßsand mit einer Schute zusammen und sinkt. Der Kapitän rettet sich mit einem Sprung ins Wasser, an der Unglücksstelle tritt Diesel aus. Die Bergung des gesunkenen Schiffs kann sich noch um Tage verzögern.

Bei einem missglückten Manöver ist ein Schlepper auf der Elbe auf Höhe der Insel Neßsand bei Hamburg gesunken. Die "Heinrich Hübbe" war nach Polizeiangaben beim Anlegen am Bagger "Odin" mit einer Schute zusammengestoßen, hatte über das Heck Wasser aufgenommen und war gesunken. Eine Schute ist ein Schiff ohne eigenen Antrieb, das vor allem für den Transport genutzt wird.

Die beiden Besatzungsmitglieder des Schleppers konnten sich unverletzt retten. Der 25-jährige Maschinist sprang auf die Schute, der 27-jährige Kapitän rettete sich mit einem Sprung ins Wasser.

Bei dem Unglück traten nach Polizeiangaben auch Flüssigkeiten aus und verschmutzten die Elbe. Die Besatzung eines Polizeihubschraubers habe dies beim Überflug der Unglücksstelle festgestellt. "Dabei haben wir einen zerrissenen Fleckenteppich sehen können. Da sind Betriebsstoffe ausgetreten, aber nicht die Menge, die das Schiff an Bord hatte", sagte ein Polizeisprecher. An Bord des Schleppers sollen etwa 4800 Liter Diesel und 400 Liter Motoröl gewesen sein.

"Es sind maximal 100 Liter Diesel ausgetreten. Die Umweltbelastung ist minimal. Das Wetter macht auch mit, Wind und Regen tragen zur Verflüchtigung und Verflüssigung des Diesels bei", erklärte ein Sprecher der Hamburger Umweltbehörde. Es habe zwar Meldungen von Seeschiffen über Diesel elbabwärts gegeben, bei der Suche habe man aber nichts festgestellen können.

Bergung kann sich um Tage verzögern

Der Unfallort sei die ganze Nacht über ausgeleuchtet worden. "Vorsorglich stehen aber zwei Container mit Schürzensperren bereit, um eventuell austretende Flüssigkeiten eingrenzen zu können", sagte der Sprecher. Direkt nach dem Unfall hätten Sicherungsmaßnahmen wie Ölschlängel aufgrund der starken Strömung nicht ausgebracht werden können, teilte die Feuerwehr mit.

Im Laufe des Donnerstags untersuchten Experten der Umweltbehörde, von Feuerwehr, Polizei und der Hamburger Hafenaufsicht die Untergangsstelle. Auch Taucher waren im Einsatz. Die Bergung könne noch mehrere Tage dauern.

Die Schifffahrt ist durch den Schlepperuntergang nicht beeinträchtigt, der Untergangsort liegt am Rand der Fahrrinne und ist bereits mit Tonnen markiert. Die "Heinrich Hübbe" liegt in zwölf bis 14 Metern Tiefe am Hang der Fahrrinne. Großschiffe müssten am Unfallort aber mit verringerter Geschwindigkeit vorbeifahren, sagte ein Polizeisprecher.

© Süddeutsche.de/dpa/kjan/webe
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