Nach Gefängnisausbruch Mexiko meldet Festnahme von "El Chapos" Fluchthelfern

Ein mexikanischer Soldat in Sinaloa steht Wache. Die Jagd auf Drogenboss Guzmán hat sich zuletzt auf diesen Bundesstaat verlagert.

(Foto: AFP)
  • Die mexikanischen Behörden melden die Festnahme von sechs Komplizen des Drogenbarons Joaquín "El Chapo" Guzmán.
  • Sie sollen ihm bei seiner Flucht aus dem Hochsicherheitsgefängnis Altiplano geholfen haben.
  • Unter den Festgenommenen seien der Schwager und ein Anwalt Guzmáns.

Guzmáns Anwalt als Drahtzieher des Ausbruchs

Mehr als drei Monate nach dem Gefängnisausbruch von Drogenbaron Joaquín "El Chapo" Guzmán haben die Behörden in Mexiko seine mutmaßlichen Fluchthelfer gefasst. Unter den sechs Festgenommenen seien der Schwager und ein Anwalt des berüchtigten Chefs des Sinaloa-Kartells, sagte Generalstaatsanwältin Arely Gómez.

Durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel war Guzmán im Juli die Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis Altiplano unweit von Mexiko-Stadt gelungen. Den Bau des ausgeklügelten Gangs soll sein nun dingfest gemachter Schwager beaufsichtigt haben. Zudem soll er Transportmittel für den Drogenboss organisiert haben.

Guzmáns Anwalt habe als Drahtzieher der Aktion Zugang zum Gefängnis gehabt, seinen Boss über den Stand der Operation auf dem Laufenden gehalten und Anweisungen erhalten, sagte Gómez. Der Verdächtige soll demnach zudem Aufgaben delegiert und andere Personen bezahlt haben, die in den Ausbruch Guzmáns verwickelt waren.

Festgenommen wurde zudem eine Person, die das Grundstück gekauft haben soll, unter dem der Fluchttunnel verlief, sowie ein Pilot, der den Kartellchef zu seinem Versteck geflogen haben soll.

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Gefängnisbeamte waren eingeweiht

"Wir können heute bestätigen, dass wir die Gruppe, die von außerhalb für Planung, Organisation und Durchführung des Ausbruchs zuständig war, zerschlagen haben", sagte Gómez. Die Verdächtigten hätten mit Beamten des Hochsicherheitsgefängnisses unter einer Decke gesteckt, fügte sie hinzu. Im Zusammenhang mit dem Ausbruch Guzmáns sind bereits 23 Angestellte der Haftanstalt festgenommen worden.

Gómez bestätigte zudem, dass der Drogenbaron nach seiner Flucht auf dem Landweg in die Stadt Queretaro weiterzog, von wo er Behördenangaben zufolge mit einem Kleinflugzeug in die Gebirgsregion von Sinaloa flog. In der Tat seien sogar zwei Cessna-Maschinen aus Queretaro abgehoben, um Verfolger auf die falsche Fährte zu locken, sagte ein Beamter. Erst kürzlich wurde ein zweiter Pilot in dem Fall verhaftet.

Die Jagd auf Guzmán hat sich zuletzt auf dieses Gebiet und den benachbarten Bundesstaat Durango verlagert. Bei einem Zugriffsversuch in unwirtlichem Terrain hatte er sich vor kurzem am Bein und im Gesicht verletzt.

Guzmán gilt als einer der mächtigsten Drogenhändler der Welt. Seit seiner Festnahme im Februar 2014 saß er bis zu seinem Ausbruch in Haft. Zuvor war er 13 Jahre gesucht worden, nachdem er 2001 schon einmal aus einem Gefängnis ausgebrochen war. Über Jahre hatte sich Guzmán damals in den unwegsamen Gebirgen des Bundesstaats Sinaloa verschanzt.

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