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Myanmar:Mindestens 126 Tote nach Erdrutsch in Bergwerk

Einsatzkräfte am Unglücksort

(Foto: HANDOUT/AFP)

Mindestens 23 Menschen sind verletzt worden, einige sollen noch verschüttet sein. Der Vorfall ereignete sich in einem Gebiet mit vielen Jademinen.

Bei einem Erdrutsch in einem Jade-Bergwerk in Myanmar sind mindestens 126 Arbeiter gestorben. Weitere seien nach dem Unfall am frühen Donnerstagmorgen eingeschlossen und mindestens 23 weitere verletzt worden, sagte der Parlamentsabgeordnete der Region Hpakant, Khin Maung Myint, der Deutschen Presse-Agentur.

Der Erdrutsch sei durch starken Regen ausgelöst worden, schrieb die Feuerwehr auf Facebook. In der Region Hpakant, in der es zu dem Unfall kam, gibt es viele Jade-Bergwerke.

Maung Khaing, ein 38-jähriger Bergarbeiter aus der Gegend und Zeuge des Unfalls, wollte ein Foto einer hoch aufragenden Abraumhalde machen, die einzustürzen drohte, als Menschen anfingen zu schreien. "Innerhalb einer Minute waren alle Menschen am Fuße des Hügels einfach verschwunden", berichtete er der Nachrichtenagentur Reuters am Telefon. "Mein Herz fühlt sich leer an. Ich habe immer noch eine Gänsehaut. Im Schlamm steckten Menschen, die um Hilfe riefen, aber niemand konnte ihnen helfen."

Im Jade-Zentrum Hpakant kommt es immer wieder zu Unfällen, da die Sicherheitsvorkehrungen in der Branche lasch und die Verantwortlichkeiten häufig unklar sind. Die Regierung von Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi versprach schärfere Kontrollen, als sie 2016 an die Macht kam, doch laut Aktivisten hat sich nur wenig geändert. Bei einem Vorfall vor fünf Jahren etwa starben 116 Menschen.

Myanmar ist einer der größten Lieferanten der Schmucksteine. Der Jade-Handel im südostasiatischen Land ist nach einer Schätzung der Organisation Global Witness rund 31 Milliarden Dollar (28 Milliarden Euro) wert - und macht knapp die Hälfte des Bruttoinlandprodukts des Landes aus. Viel davon wird im Schwarzmarkt erzielt.

© SZ.de/dpa/jael

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