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Mount Everest:Zwölf Bergsteiger durch Lawine getötet

Mount Everest

April 2013: Blick aus einem Flugzeug auf den Mount Everest (M.) und himalayische Bergketten, etwa 140 Kilometer nordöstlich von Kathmandu.

(Foto: AFP)

Es ist wohl das bislang schlimmste Unglück am Mount Everest: Eine Lawine am höchsten Berg der Welt hat mindestens zwölf nepalesische Bergführer in den Tod gerissen. Sie wollten Pisten für die Saison präparieren. Nach weiteren Vermissten wird gesucht.

Sie bereiteten die neue Klettersaison am Mount Everest, als sie von Schneemassen verschüttet wurden. Beim nach Medienberichten bislang schlimmsten Unglück am höchsten Berg der Welt sind am Freitag mindestens zwölf nepalesische Bergführer und Träger durch eine Lawine getötet worden. Sie waren unterwegs um Pisten zu präparieren. Rettungskräfte suchen in Eis und Schnee nach möglichen weiteren Verschütteten. Sieben Sherpas wurden nach Behördenangaben gerettet.

"Wir haben zwölf Leichen im Schnee gefunden, wir wissen nicht, wie viele weitere noch darunter gefangen sind", sagte ein Vertreter des Tourismusministeriums in Kathmandu, Dipendra Paudel. Nach dem Lawinenabgang wurden mehrere Helikopter zur Unfallstelle geschickt, um sich an der Suche zu beteiligen. Helikopter brachten die Leichen und Verletzten nach Solukhumbu.

Ein Vertreter der Rettungsorganisation Himalayan Rescue Association sagte, die Zahl der Toten könne auf 14 steigen. "Ich habe elf Leichen gesehen, die zum Basislager gebracht wurden, und drei weitere werden erwartet", sagte Lakpa Sherpa telefonisch vom Basislager des Everest aus. Viele weitere Kletterer seien von den Schneemassen verletzt worden, es gebe aber noch keine genaue Zahl, heißt es vom Tourismusministerium. "Bis jetzt wissen wir, dass 14 Kletterer Ausrüstung und Gepäck in die Unglücksgegend brachten. Wie viele von ihnen genau betroffen waren, ist noch unklar", so ein Sprecher.

"Schlimmste Katastrophe, die der Mount Everest je erlebt hat"

Die Lawine löste gegen 06.45 Uhr auf einer Höhe von 5800 Metern im sogenannten Popcorn-Feld, das auf der Route zum tückischen Khumbu-Eisfall liegt. Die Mitglieder der Gruppe, die größtenteils aus der Region um den Mount Everest stammen, waren auf dem Weg zu Camp 1, um dort für fünf große internationale Expiditionen Zelte aufzubauen und Essen einzulagern.Sie hatten Zelte, Seile und Lebensmittel dabei. Derzeit warten im Basislager auf 5364 Metern Höhe zahlreiche Bergsteiger aus aller Welt auf den Aufstieg. "Die Sherpas und andere Bergführer sind wochenlang am Berg und steigen mehrfach auf und ab, um die Fixseile anzubringen und die Lager fertigzumachen", sagte der Sprecher des Tourismusministeriums, Poudel.

Zwei der Todesopfer gehörten zur Agentur Himalaya Climbing Guides Nepal, wie deren Verantwortlicher Bhim Paudel sagte. "Als unsere Sherpas das Basislager verlassen haben, hat es nicht geschneit, das Wetter war außergewöhnlich gut", sagte er. Vor dem Lawinenabgang hätten dutzende Sherpas anderer Agenturen diesen gefährlichen Streckenabschnitt passiert. "Wir dachten, wir folgen ihnen, wir haben keine Warnung erhalten."

Die Expertin Elizabeth Hawley, die seit einem halben Jahrhundert Buch über Himalaya-Expeditionen führt, spricht von der "schlimmsten Katastrophe, die der Mount Everest je erlebt hat". Der Unfall unterstreicht die Gefahr, denen die einheimischen Bergführer ausgesetzt sind, wenn sie sich vor Saison-Beginn zur Reparatur von Leitern und zum Befestigen von Seilen auf die mächtigen Berge begeben. Der Mount Everest ist mit 8848 Metern der höchste Berg der Welt. Im Frühjahr ist eigentlich die beste Zeit, um den Berg zu erklimmen. Jährlich versuchen hunderte Bergsteiger den strapaziösen Aufstieg zum "Dach der Welt". Mehr als 300 Alpinisten kamen dabei bislang ums Leben. 1996 waren acht Menschen in einem schweren Sturm ums Leben gekommen.

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